Aktionsplan zur Qualität der Registrierungsdossiers

Die che­misch-phar­ma­zeu­ti­sche Indus­trie will die Qua­li­tät der Regis­trie­rungs­dos­siers für Che­mi­ka­li­en ver­bes­sern, die im Rah­men der euro­päi­schen Reach-Ver­ord­nung erar­bei­tet wur­den. Die Unter­neh­men wer­den dafür ihre Dos­siers auf der Grund­la­ge eines frei­wil­li­gen mehr­jäh­ri­gen Akti­ons­plans über­prü­fen und, falls not­wen­dig, an die heu­ti­gen Anfor­de­run­gen anpas­sen. Den Plan hat der euro­päi­sche Che­mie­ver­band Cefic heu­te in Brüs­sel vor­ge­stellt. Er ent­hält Leit­li­ni­en, mit denen die Unter­neh­men ihre Dos­siers sys­te­ma­tisch über­prü­fen kön­nen. Der Akti­ons­plan wird in enger Koope­ra­ti­on mit der EU-Che­mi­ka­li­en­agen­tur Echa umge­setzt.

Die che­mi­sche Indus­trie steht zu Reach“, betont Utz Till­mann, Haupt­ge­schäfts­füh­rer des Ver­ban­des der Che­mi­schen Indus­trie (VCI): „Die Bran­che trägt das Ziel der Ver­ord­nung unein­ge­schränkt mit, ein hohes Schutz­ni­veau für die mensch­li­che Gesund­heit und die Umwelt sicher­zu­stel­len. Der neue Akti­ons­plan ist dafür ein wich­ti­ger Bei­trag.“ Über 95.000 Dos­siers für rund 22.000 Stof­fe haben die euro­päi­schen Che­mie­un­ter­neh­men bis heu­te ange­fer­tigt. Vier Mil­li­ar­den Euro hat die Bran­che dafür inves­tiert. Meh­re­re Tau­send Mit­ar­bei­ter waren damit betraut, die Dos­siers nach den Vor­ga­ben der Reach-Ver­ord­nung zu erstel­len.

Den­noch war im ver­gan­ge­nen Jahr in der EU Kri­tik an der Umset­zung der euro­päi­schen Che­mi­ka­li­en­ver­ord­nung auf­ge­kom­men. Aus­lö­ser war unter ande­rem ein Eva­lu­ie­rungs­pro­jekt zur Qua­li­tät der Regis­trie­rungs­dos­siers, das deut­sche Behör­den (BfR und UBA) seit 2014 durch­füh­ren. Auch die EU-Che­mi­ka­li­en­agen­tur Echa sieht Hand­lungs­be­darf bei den Unter­neh­men.

Till­mann sagt: „Bei vie­len Kri­tik­punk­ten geht es um Tier­ver­su­che. Hier bestehen Unklar­hei­ten, was die Ver­wend­bar­keit von alter­na­ti­ven Infor­ma­tio­nen betrifft, die die Ver­ord­nung grund­sätz­lich vor­schreibt. Wir begrü­ßen, dass die EU-Kom­mis­si­on und die Echa Rah­men­be­din­gun­gen schaf­fen wol­len, die die Plan­bar­keit und Rechts­si­cher­heit in Bezug auf die offe­nen Fra­gen zu Dos­sier-Updates ver­bes­sern. Auf die­ser Grund­la­ge kön­nen not­wen­di­ge Aktua­li­sie­run­gen vor­ge­nom­men wer­den. Mit dem nun vor­ge­stell­ten Akti­ons­plan leis­tet die Bran­che ihren Bei­trag, die Reach-Ver­ord­nung erfolg­reich umzu­set­zen.“

Mit dem Inkraft­tre­ten der Che­mi­ka­li­en­ver­ord­nung Reach war die euro­päi­sche Che­mi­ka­li­en­po­li­tik 2007 neu geord­net und für alle EU-Mit­glied­staa­ten har­mo­ni­siert wor­den. Reach steht dabei für die „Regis­trie­rung, Eva­lu­ie­rung und Auto­ri­sie­rung von Che­mi­ka­li­en“. Über einen Zeit­raum von 10 Jah­ren muss­ten Unter­neh­men bis Mai 2018 alle Che­mi­ka­li­en bei der Echa anmel­den, die sie ab einer Ton­ne pro Jahr in der EU her­stel­len oder hier­hin impor­tie­ren.