Die ame­ri­ka­ni­sche Wis­sen­schaft­le­rin Lau­ren Ore­fice, Ph.D., Assi­stant Pro­fes­sor am Mas­sa­chu­setts Gene­ral Hos­pi­tal und der Har­vard Medi­cal School, hat den Eppen­dorf & Sci­ence Pri­ze for Neu­ro­bio­lo­gy 2019 für ihre Arbeit an den Ursa­chen und poten­ti­el­len The­ra­pi­en für Autis­mus-Spek­trum-Stö­run­gen (ASS) erhal­ten. Dr. Ore­fice hat fest­ge­stellt, dass peri­phe­re soma­to­sen­so­ri­sche Neu­ro­nen – Neu­ro­nen außer­halb des Gehirns, die den Tast­sinn steu­ern – die Schlüs­sel­be­rei­che sind, in denen mit Autis­mus asso­zi­ier­te Gen­mu­ta­tio­nen einen ent­schei­den­den Ein­fluss haben. Sie zeig­te, wie eine gestör­te Funk­ti­on der peri­phe­ren soma­to­sen­so­ri­schen Neu­ro­nen Über­re­ak­tio­nen auf Berüh­run­gen ver­ur­sacht und wie die­se Über­re­ak­ti­on wäh­rend der Ent­wick­lung bei Mäu­sen zu einer ver­än­der­ten Gehirn­funk­ti­on und eini­gen mit Autis­mus asso­zi­ier­ten Ver­hal­tens­wei­sen bei­trägt. Die Arbeit von Dr. Ore­fice ver­än­dert unse­re Vor­stel­lun­gen über die Ursa­chen von ASS und bie­tet eine über­ra­schen­de Kor­rek­tur der weit­ver­brei­te­ten Ansicht, die ASS aus­schließ­lich mit der Gehirn­funk­ti­on ver­bin­det. Sie zeigt peri­phe­re soma­to­sen­so­ri­sche Neu­ro­nen als mög­li­chen neu­en The­ra­pie­an­satz zur Ver­bes­se­rung eini­ger durch ASS beding­ten Sym­pto­me auf.

Der mit 25.000 US-Dol­lar dotier­te Eppen­dorf & Sci­ence Pri­ze for Neu­ro­bio­lo­gy wird jähr­lich an Wis­sen­schaft­ler für bahn­bre­chen­de For­schungs­ar­bei­ten ver­lie­hen. Lau­ren Ore­fice ist der 18. Preis­trä­ger die­ser von Eppen­dorf und dem Jour­nal Sci­ence ver­lie­he­nen inter­na­tio­na­len Aus­zeich­nung. Für die­sen Preis kön­nen sich Wis­sen­schaft­ler bewer­ben, die nicht älter als 35 Jah­re alt sind und her­aus­ra­gen­de Bei­trä­ge in der neu­ro­bio­lo­gi­schen For­schung mit Metho­den der Mole­ku­lar- und Zell­bio­lo­gie geleis­tet haben. Die nächs­te Abga­be­frist für Bewer­bun­gen endet am 15. Juni 2020.