Das Labor ver­än­dert sich. Und der Motor die­ser Ver­än­de­rung ist die Digi­ta­li­sie­rung. Sie för­dert Auto­ma­ti­on, lässt immer kom­ple­xe­re Work­flows zu und erlaubt Inter­ak­ti­on auf allen Ebe­nen. Zwi­schen Vor­den­kern und Nach­züg­lern besteht noch eine gro­ße Kluft, doch unstrit­tig ist, dass Ver­net­zung und Big Data auch im Labor The­ma Num­mer eins sind. Die Lab­vo­lu­ti­on stellt des­halb als euro­päi­sche Fach­mes­se für inno­va­ti­ve Labor­aus­stat­tung und die Opti­mie­rung von Work­flows als Leit­the­ma „The Inte­gra­ted Lab – das ver­netz­te Labor“ in den Mit­tel­punkt.

Im digi­ta­len Zeit­al­ter ent­steht zukünf­ti­ge Wert­schöp­fung nicht mehr nur auf Basis von Inno­va­tio­nen, son­dern es geht immer um Inno­va­ti­on, die mit der Macht der Daten poten­ziert wird“, sagt Dr. Sieg­fried Bia­lo­jan, Exe­cu­ti­ve Direc­tor, Life Sci­ence Cen­ter, Mann­heim, Ernst & Young GmbH.

Wer als Unter­neh­men bei­spiels­wei­se in den Life Sci­en­ces Erfolg haben will, darf sich nicht auf die Beob­ach­ter­rol­le beschrän­ken, son­dern muss die Daten aktiv nut­zen, indem er sie ver­netzt und teilt, um sie in bes­tes Wis­sen umzu­wan­deln.“

Einen her­aus­ra­gen­den Bei­trag zur Dis­kus­si­on um das ver­netz­te Labor leis­tet seit Jah­ren das Pro­jekt smart­LAB, das 2019 bereits zum drit­ten Mal Teil der Lab­vo­lu­ti­on sein wird. Mit Part­nern aus Wis­sen­schaft und Indus­trie erschafft smart­LAB – das intel­li­gen­te Labor der Zukunft – eine Visi­on zum Anfas­sen. Einer der Part­ner im smart­LAB ist real­world one. Der Bei­trag des Unter­neh­mens aus Stau­fen besteht dar­in, Arbeits­ab­läu­fe in den vir­tu­el­len Raum zu über­tra­gen – samt inter­ak­ti­ver Erfah­rung an Gerä­ten sowie der Erstel­lung von Labor­kon­fi­gu­ra­tio­nen.

Die eigens ent­wi­ckel­te Vir­tu­al- und Aug­men­ted-Rea­li­ty-Platt­form von real­world one ver­netzt Indus­trie und Wis­sen­schaft, indem sie neue Wege der Zusam­men­ar­beit zwi­schen Her­stel­lern, Anwen­dern und For­schern mög­lich macht. „Teil­neh­mer aus aller Welt kön­nen sich über unse­re Platt­form im vir­tu­el­len Raum mit­ein­an­der ver­net­zen und aus­tau­schen“, sagt Patrick Pfirr­mann, Glo­bal Busi­ness Deve­lop­ment Direc­tor bei real­world one. „Da die Pro­duk­te und Pro­zess­an­la­gen detail­ge­treu dar­ge­stellt wer­den, inter­ak­tiv und voll funk­ti­ons­fä­hig sind, kön­nen die Besu­cher der Platt­form mit die­sen tat­säch­lich auch vir­tu­ell arbei­ten.“ Dar­aus erge­ben sich ganz neue Mög­lich­kei­ten etwa für Schu­lun­gen, Sicher­heits­trai­nings, Ver­trieb und Mar­ke­ting sowie für die Dar­stel­lung von Anwen­dungs­sze­na­ri­en.“

Intel­li­gen­te und ver­netz­te Anwen­dun­gen für das Labor stellt auch Mett­ler Tole­do auf der Lab­vo­lu­ti­on vor. Dazu gehört der Daten­trans­fer zwi­schen den Gerä­ten, um manu­el­le Über­tra­gungs­feh­ler zu ver­mei­den. Die zen­tra­le Idee ist ein Arbeits­ab­lauf, der mit einer Pro­ben­ein­waa­ge beginnt, die auto­ma­tisch an das nächs­te Ana­ly­sen­ge­rät über­tra­gen wird – und zwar mit­tels RFID oder im Com­pu­ter­netz­werk. „Das ver­netz­te Labor, wie wir es uns vor­stel­len, schließt nicht nur die gro­ßen Gerä­te mit ein“, sagt Chris­toph Jan­sen, Mar­ket Mana­ger bei Mett­ler Tole­do. „Ver­meint­lich ein­fa­che Appli­ka­tio­nen kön­nen eben­falls ele­gant in den Daten­strom mit ein­ge­bun­den wer­den.“ Gemeint sind Waa­gen, pH-Meter, Leit­fä­hig­keits­mes­sung, Schmelz­punkt­ge­rä­te, Refrak­to­me­ter, Dich­temess­ge­rä­te, UV/VIS-Spek­tro­me­ter oder Titra­to­ren. „Eine Digi­ta­li­sie­rungs­platt­form hier­zu stellt unse­re Soft­ware LabX dar“, erklärt Jan­sen. „Hier­an kön­nen meh­re­re Labor­ge­rä­te gleich­zei­tig ange­schlos­sen wer­den, die dann in einem ein­fa­chen Schritt an ein über­ge­ord­ne­tes Labor-Daten­sys­tem ange­bun­den wer­den kön­nen – für einen lücken­lo­sen Daten­trans­fer im Labor.“

Mit dem Labor der Zukunft beschäf­tigt sich auch Sar­to­ri­us inten­siv. Ein Schwer­punkt des Göt­tin­ger Phar­ma- und Labor­zu­lie­fe­rers besteht in die­sem Zusam­men­hang dar­in, die Effi­zi­enz der Arbeits­ab­läu­fe durch inte­grier­te Apps und Vir­tu­al Rea­li­ty zu stei­gern. „Die Digi­ta­li­sie­rung des Labors ist Her­aus­for­de­rung und Chan­ce zugleich“, so Dr. Rein­hard Baum­falk, Head of Pro­duct Deve­lop­ment, Lab Pro­duc­ts and Ser­vices Divi­si­on bei Sar­to­ri­us. „Auf­grund der Kom­ple­xi­tät wird sie weder allein von Labor­be­trei­bern noch von den Anbie­tern von Labo­re­quip­ment gelöst wer­den kön­nen. Des­halb freu­en wir uns, auf der Lab­vo­lu­ti­on mit Anwen­dern und Part­nern aus Indus­trie und For­schung in den Dia­log zu tre­ten und Kon­zep­te für das Labor von mor­gen zu dis­ku­tie­ren.“

Neben zahl­rei­chen wei­te­ren Unter­neh­men, die Ide­en und Lösun­gen rund um das ver­netz­te Labor zei­gen, neben dem smart­LAB sowie neben einem erst­mals ver­tre­te­nen Gemein­schafts­stand mit Anbie­tern von Labor- und Infor­ma­ti­ons-Manage­ment-Sys­te­men (LIMS) spielt das Leit­the­ma auch im Rah­men­pro­gramm der Lab­vo­lu­ti­on eine wich­ti­ge Rol­le. So etwa beim Lab USER Dia­lo­gue, bei dem Pro­dukt­ver­ant­wort­li­che ihre Lösun­gen und Gerä­te in Work­shops vor­stel­len und Anwen­der nicht nur alle Fra­gen los­wer­den, son­dern Instru­men­te auch aus­pro­bie­ren kön­nen. Dar­über hin­aus sind meh­re­re Vor­trä­ge und Podi­ums­dis­kus­sio­nen geplant, die sich eben­falls mit den Chan­cen und Her­aus­for­de­run­gen eines ver­netz­ten Labors befas­sen.