Je mehr Roboter, desto mehr Arbeitsplätze

Die Digi­ta­li­sie­rung nimmt auch in der Poli­tik Fahrt auf: Drei Mil­li­ar­den Euro will die Bun­des­re­gie­rung bis zum Jahr 2025 in die Erfor­schung der Poten­zia­le von Künst­li­cher Intel­li­genz (KI) inves­tie­ren. Die neue Stra­te­gie „KI made in Ger­ma­ny“ soll Deutsch­land zum Welt­markt­füh­rer machen.

Für Unter­neh­men sind sol­che Sum­men für For­schung und Ent­wick­lung (F&E) eher Unter­kan­te. Die 1.000 größ­ten Bör­sen-Unter­neh­men haben 2018 mit 782 Mil­li­ar­den Dol­lar eine Rekord­sum­me für F&E inves­tiert. Das mel­det „Strategy&“, die Stra­te­gie­be­ra­tung des Wirt­schafts­prü­fungs­kon­zerns PwC. Die Lis­te füh­ren die Digi­tal-Platt­form-Gigan­ten Ama­zon (22,6 Mrd. US-Dol­lar) und Alpha­bet /Google (16,2) an, gefolgt von Volks­wa­gen (15,8). Und laut „Strategy&“ läuft sich Chi­na bei F&E-Ausgaben erst warm. Ein Groß­teil der nächs­ten Schlüs­sel­tech­no­lo­gi­en dürf­te von dort kom­men, so die Stra­te­gen.

Industrie 4.0 sichert unseren Wohlstand

Da ist es klug, sich ein­fa­che Zusam­men­hän­ge vor Augen zu füh­ren. Zum Bei­spiel: „Wozu brau­chen wir eigent­lich Indus­trie 4.0?“ Die­se Fra­ge stell­te Kuka-Mana­ger Hein­rich Munz in sei­nem Vor­trag „Digi­ta­li­sie­rung, IIoT & Indus­trie 4.0 – Der Weg ist das Ziel“. Er prä­sen­tier­te neben ande­ren Exper­ten auf dem 15. For­cam Inno­va­ti­on Day FID im Herbst bei DXC.Technology in Böb­lin­gen.

Munz´ ers­te Ant­wort: „Wir brau­chen Indus­trie 4.0 für unser Wohl­erge­hen und für die Zukunft unse­rer Kin­der.“ Denn, so der „Lead Archi­tect Indus­try 4.0“ beim Augs­bur­ger Robo­ter­her­stel­ler, ohne Digi­ta­li­sie­rung kön­nen wir nicht mehr genü­gend Waren her­stel­len. „Wenn wir wei­ter so pro­du­zie­ren wie bis­her, wer­den wir den Pro­dukt­be­darf für eine Welt­be­völ­ke­rung von rund 7,9 Mil­li­ar­den Men­schen in 2025, von denen 53 Pro­zent zur ‚kon­su­mie­ren­den Klas­se´ zäh­len wer­den, unter Berück­sich­ti­gung der Umwelt- und Res­sour­cen­be­din­gun­gen nicht befrie­di­gen kön­nen.“

Je mehr Roboter, desto mehr Arbeitsplätze

Die zwei­te Ant­wort von Hein­rich Munz klingt zunächst komisch, weil sie nicht in gän­gi­ge Denk­mus­ter passt: Wir brau­chen die Digi­ta­li­sie­rung und Auto­ma­ti­sie­rung, weil das ganz offen­sicht­lich Jobs schafft. Kuka-Mana­ger Munz beleg­te das Argu­ment mit Zah­len: So ist die Arbeits­lo­sen­quo­te immer dort signi­fi­kant nied­rig, wo die Anzahl der Robo­ter je Arbeit­neh­mer in der Fer­ti­gungs­in­dus­trie groß ist.

So zählt Süd­ko­rea mit 631 die höchs­te Anzahl an Robo­tern je Arbeit­neh­mer in der Fer­ti­gungs­in­dus­trie, die Arbeits­lo­sen­quo­te liegt bei 3,9 Pro­zent. Frank­reich hin­ge­gen kommt nur auf 132 Robo­ter je fer­ti­gen­dem Arbeit­neh­mer, die Arbeits­lo­sen­quo­te liegt bei über 9 Pro­zent. Zum Ver­gleich: Deutsch­land – auf Platz 3 der Lis­te – kommt auf 309 Robo­ter je Fer­ti­gungs­in­dus­trie-Arbeits­platz und eine Arbeits­lo­sen­quo­te von 3,4 Pro­zent.

Digitale Megatrends verändern die Welt

Ohne­hin ist die welt­wei­te Digi­ta­li­sie­rung unum­kehr­bar wie die Elek­tri­fi­zie­rung des Lebens vor 150 Jah­ren. Dazu stell­te Kuka-Mana­ger Hein­rich Munz in Böb­lin­gen die digi­ta­len Mega­trends vor. Dabei bil­det die Digi­ta­li­sie­rung den gro­ßen Strom, der ver­schie­de­ne Sei­ten­ar­men hat wie das Inter­net der Din­ge (Inter­net of Things – IoT) und Indus­trie 4.0 (Indus­tri­al Inter­net of Things – IIoT). Die­se Ent­wick­lun­gen bedeu­ten in ein­fa­chen Wor­ten:

  • Digi­ta­li­sie­rung – Alles, was digi­ta­li­siert wer­den kann, wird digi­ta­li­siert
  • Inter­net of Things – Alles, was ver­netzt wer­den kann, wird ver­netzt
  • Indus­trie 4.0 – Alles, was auto­ma­ti­siert wer­den kann, wird auto­ma­ti­siert

Software und Plattformen bestimmen den Weg

Ein Mega­trend bestimmt schon län­ger unse­ren All­tag: die „Platt­for­mi­sie­rung“ in einer Cloud. Die der „Mut­ter aller Platt­for­men“ – Apple iTu­nes (heu­te App Store) – haben sich gan­ze Bran­chen ver­än­dert – und wer­den es wei­ter tun. Die bekann­tes­ten: Face­book, Ama­zon, Ebay, Goog­le, Whats­App, Snap­Chat, Flickr, Net­flix, Spo­ti­fy, Lin­kedIn usw.

Auf der Platt­for­mi­sie­rung basiert auch der Mega­trend der „Share­co­no­my“, also eines Wirt­schaf­tens, deren „Pro­sumer“ (für Con­su­mer) auf das Nut­zen einer Dienst­leis­tung set­zen statt auf das Besit­zen einer Ware.

  • Die „Platt­for­mi­sie­rung“ hat dazu geführt, dass
  • das größ­te Taxi­un­ter­neh­men der Welt kein ein­zi­ges Taxi mehr besitzt (Uber),
  • die größ­te Hotel­ket­te der Welt kein ein­zi­ges Hotel mehr hat (Airb­nb)

die größ­te Biblio­thek der Welt kein ein­zi­ges Buch mehr benö­tigt (Wiki­pe­dia).

Für Unter­neh­men bedeu­tet das, dass auch sie zu Soft­ware-basier­ten Ein­hei­ten wer­den müs­sen, wenn sie mit­hal­ten wol­len. Der CEO von Gene­ral Elec­tric, Jeff Immelt, hat das ein­mal so auf den Punkt gebracht: „Wenn Sie ges­tern Abend als Indus­trie­un­ter­neh­men ins Bett gegan­gen sind, wer­den Sie heu­te als Soft­ware- und Ana­ly­tik-Unter­neh­men auf­wa­chen.“

Mit „digitalem Zwilling“ die Produktivität deutlich steigern

Für fer­ti­gen­de Unter­neh­men ist es aller­höchs­te Zeit, ihre Pro­duk­ti­on auf digi­ta­le Steue­rung umzu­stel­len. Der Industrie-4.0-Spezialist For­cam aus Ravens­burg gehört dabei zu den 100 inno­va­tivs­ten Unter­neh­men des deut­schen Mit­tel­stan­des. Das hat die dies­jäh­ri­ge wis­sen­schaft­li­che Ana­ly­se bei bun­des­wei­ten „Inno­va­ti­ons­wett­be­werb TOP 100“ erge­ben.

Mit For­cam Force lie­fert der Ravens­bur­ger Soft­ware-Spe­zia­list Unter­neh­men eine tech­no­lo­gisch füh­ren­de Lösung für intel­li­gen­te Fabrik­steue­rung. For­cam Force spie­gelt die Pro­duk­ti­on als digi­ta­ler Zwil­ling in allen Com­pu­ter­sys­te­men in Echt­zeit (Cyber-Phy­si­cal-Sys­tem). Eine sofor­ti­ge Feh­ler- und Rück­ver­fol­gung aller Pro­zes­se, his­to­ri­sche Ana­ly­sen sowie Pro­duk­ti­vi­täts­stei­ge­run­gen im zwei­stel­li­gen Pro­zent­be­reich wer­den mög­lich.