Haltbare Lebensmittel gegen Mangelernährung

Im neu­en Pro­jekt „Vegi-Leg“ suchen For­schen­de des Leib­niz-Zen­trums für Agrar­land­schafts­for­schung (ZALF) e. V. gemein­sam mit Part­nern aus Deutsch­land und Afri­ka Lösun­gen gegen Man­gel­er­näh­rung in Tan­sa­nia und Mosam­bik. Mit den Men­schen vor Ort sol­len ins­be­son­de­re neue Mög­lich­kei­ten für die Ver­ar­bei­tung von Lebens­mit­teln ent­wi­ckelt wer­den, die hel­fen, sie län­ger halt­bar zu machen. Das drei­jäh­ri­ge Pro­jekt wird am ZALF koor­di­niert und ist Teil des För­der­pro­gramms “Glo­bal Food Secu­ri­ty” des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für Ernäh­rung und Land­wirt­schaft (BMEL).

Der Anteil an welt­weit man­gel­er­nähr­ten Men­schen steigt, auf inzwi­schen 815 Mio. Men­schen, so der Bericht der Ver­ein­ten Natio­nen zu den Zie­len für Nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung 2018. Hier­zu gehö­ren auch länd­li­che Bevöl­ke­rungs­grup­pen in Tan­sa­nia und Mosam­bik. Die Betrof­fe­nen lei­den häu­fig unter Mikro­nähr­stoff­män­geln in Fol­ge von Fehl­ernäh­rung. „Ein Grund dafür ist, dass nähr­stoff­rei­che pflanz­li­che Nah­rungs­mit­tel, wie bei­spiel­wei­se grün­blätt­ri­ges Blatt­ge­mü­se, in der Regen­zeit zwar reich­lich geern­tet, wäh­rend der Tro­cken­zeit aber bis­her nur unzu­rei­chend oder gar nicht­ge­la­gert wer­den kön­nen“, so die Ernäh­rungs­wis­sen­schaft­le­rin Dr. Con­stan­ce Rybak, Pro­jekt­lei­te­rin am ZALF. Auf Grund die­ser sai­so­na­len Nah­rungs­mit­tel­knapp­heit will das For­schungs­team im Pro­jekt „Vegi-Leg: Anwen­dungs­mög­lich­kei­ten von inno­va­tio­ven Ver­abei­tungs­tech­no­lo­gi­en für nähr­stoff­rei­che Lebens­mit­tel (Strauch­erb­se und ein­hei­mi­sche afri­ka­ni­sche Gemü­se­sor­ten) für eine ganz­jäh­ri­ge Ernäh­rungs­si­che­rung. Ein Ver­gleich von Ost- und Süd­ost Afri­ka“ scho­nen­de Ver­ar­bei­tungs­tech­no­lo­gi­en ent­wi­ckeln, um das Kon­ser­vie­ren von nahr­haf­ten, nähr­stoff­rei­chen Pflan­zen­nah­rungs­mit­teln zu ermög­li­chen. Dies erfolgt in enger Zusam­men­ar­beit mit loka­len Unter­neh­men, Wis­sen­schaft­le­rin­nen und Wis­sen­schaft­lern und vor allem Akteu­ren aus der Sub­sis­tenz­land­wirt­schaft, also Men­schen, die nur für die Selbst­ver­sor­gung anbau­en, um den Lebens­un­ter­halt der Fami­lie zu sichern. Im Fokus des Pro­jek­tes ste­hen grü­nes Blatt­ge­mü­se als Pro­vit­amin A-Lie­fe­rant sowie Strauch­erb­sen als Eiweiß­lie­fe­ran­ten.

Transfer in die Gesellschaft

Zur Erfas­sung der Aus­gangs­si­tua­ti­on wird eine Basis­erhe­bung durch­ge­führt, in der die Ernäh­rungs­ge­wohn­hei­ten und aktu­el­len Mög­lich­kei­ten zu Anbau, Zube­rei­tung und Ver­ar­bei­tung sowie Lage­rung der nähr­stoff­rei­chen Lebens­mit­tel erfasst wer­den. Par­al­lel sam­meln die For­schen­den anthro­po­me­tri­sche Daten, wie bei­spiels­wei­se Grö­ße und Kör­per­ge­wicht bei Frau­en und Kin­dern, die kul­tu­rell bedingt oft­mals einen schlech­ten Ernäh­rungs­sta­tus auf­wei­sen. Die gemein­sam ent­wi­ckel­ten Ver­ar­bei­tungs­me­tho­den sol­len spä­ter auch in Schu­lun­gen zu Zube­rei­tungs- und Ver­ar­bei­tungs­tech­ni­ken wei­ter in die Gemein­schaf­ten hin­ein­ge­tra­gen wer­den. Das Pro­jekt setzt sich daher auch mit Metho­den zum Wis­sens­trans­fer in die loka­le Gesell­schaft aus­ein­an­der. Anhand einer Erfolgs­kon­trol­le über eine fina­le Erhe­bung in den teil­neh­men­den Dör­fern wol­len die For­sche­rin­nen und For­scher ihre Maß­nah­men eva­lu­ie­ren. Zusätz­lich wird ein Moni­to­ring über die Pro­jekt­dau­er hin­weg ange­strebt, um die ent­wi­ckel­ten Lösun­gen ste­tig wei­ter zu ent­wi­ckeln und zu ver­brei­ten.