Pum­pen­kil­ler“ (Wüm­me-Zei­tung), „Pum­pen­wür­ger“ (Ber­li­ner Woche) oder „Feucht­tü­cher legen Pum­pen lahm“ (Mär­ki­sche All­ge­mei­ne) – nahe­zu täg­lich tau­chen die­se oder ähn­li­che Schlag­zei­len in der media­len Bericht­erstat­tung auf. Oft­mals wird das Pro­blem von Ver­zop­fun­gen in der Kana­li­sa­ti­on dem stei­gen­den Gebrauch von feuch­tem Toi­let­ten­pa­pier zuge­schrie­ben. Wolf­gang Ten­busch, Geschäfts­füh­rer des Feucht­tuch­her­stel­lers Albaad Deutsch­land GmbH, stellt anläss­lich des Inter­na­tio­na­len Tags des Toi­let­ten­pa­piers am 26. August klar: „Feuch­tes Toi­let­ten­pa­pier ist nicht das Pro­blem!“

Rund 250 Mil­lio­nen Packun­gen Hygie­ne­ar­ti­kel pro­du­ziert die Albaad Deutsch­land GmbH mit Sitz im müns­ter­län­di­schen Och­trup jähr­lich, dabei ist Feucht­tuch nicht gleich Feucht­tuch, erklärt Wolf­gang Ten­busch: „Das Basis­ma­te­ri­al von feuch­tem Toi­let­ten­pa­pier ist Air­laid, bestehend aus Zel­lu­lo­se­fa­sern, die mit einem was­ser­lös­li­chen Kle­ber zusam­men­ge­hal­ten wer­den. Die Reiß­fes­tig­keit ist so aus­ge­steu­ert, dass das Tuch beim Gebrauch sei­ne Funk­ti­on erfüllt und sich anschlie­ßend in Was­ser auf­lö­sen kann.“ Das ande­re Pro­dukt im Seg­ment der Feucht­tü­cher ist Spun­lace, ein was­ser­ver­fes­tig­ter Ver­bund aus Vis­ko­se und Poly­es­ter­fa­sern. Spun­lace bil­det bei­spiels­wei­se die Basis von Haushaltspflege‑, Baby- und Kos­me­tik­tü­chern. Da Spun­lace-Fasern nicht ver­klebt, son­dern mecha­nisch mit­ein­an­der ver­ket­tet sind, besitzt das Mate­ri­al eine enor­me Reiß­fes­tig­keit und zer­setzt sich nicht in der Kana­li­sa­ti­on. „Sämt­li­che Spun­lace-Pro­duk­te sind mit dem Hin­weis gekenn­zeich­net, dass sie über den Haus­müll zu ent­sor­gen sind“, sagt Ten­busch. Da vie­le Anwen­dun­gen aller­dings im Bad und damit „toi­let­ten­nah“ statt­fin­den wer­den Spun­lace-Tücher oft unbe­dacht und unsach­ge­mäß über die Toi­let­te ent­sorgt.

US-Branchenverband INDA hat Verzopfungen analysiert

Unter­su­chun­gen des nord­ame­ri­ka­ni­schen Bran­chen­ver­bands Inter­na­tio­nal Non­wo­ven and Dis­po­sa­bleAs­so­cia­ti­on (INDA) bestä­ti­gen, dass die in Pump- und Klär­wer­ken zuta­ge geför­der­ten Ver­zop­fun­gen zu 92 Pro­zent aus Tüchern für Haus­halts- und Kos­me­tik­an­wen­dun­gen und ande­ren Hygie­ne­pro­duk­ten bestehen. „Was in den Pum­pen zu Aus­fäl­len und Schä­den führt, ist folg­lich kein Pro­blem des Toi­let­ten­pa­piers. Das macht näm­lich nur acht Pro­zent an der Gesamt­men­ge aus – so die Zah­len der INDA für die USA“, sagt Ten­busch. Der Rest die­ser unap­pe­tit­li­chen Kon­glo­me­ra­te bestehe zum größ­ten Teil aus Haus­halts- und Papier­hand­tü­chern, hin­zu kämen Babytü­cher und Hygie­ne­ar­ti­kel. „Der Appell an den Ver­brau­cher lau­tet des­halb: Die Toi­let­te ist kein Müll­ei­mer“, sagt Ten­busch.

Ver­schär­fend hin­zu kommt, dass der Was­ser­ver­brauch in Deutsch­land seit Jah­ren zurück­geht. Eine funk­tio­nie­ren­de Kana­li­sa­ti­on benö­tigt jedoch eine hin­rei­chen­de Men­ge an Schmutz­wass­ser, damit Fest­stof­fe fort­ge­spült wer­den. Ten­busch plä­diert einer­seits für die Auf­klä­rung und Befä­hi­gung des Ver­brau­chers zur ver­ant­wor­tungs­vol­len Ent­sor­gung von Feucht­tü­chern. Auf der Pro­dukt­sei­te sei die Indus­trie gefor­dert, die Werk­stoff­ei­gen­schaf­ten von feuch­tem Toi­let­ten­pa­pier wei­ter zu opti­mie­ren und etwa dem sin­ken­den Was­ser­ver­brauch anzu­pas­sen. Die Albaad Grup­pe, zu der die Albaad Deutsch­land GmbH gehört, geht hier vor­an. Mit dem Trä­ger­ma­te­ri­al Hydro­fi­ne hat Albaad eine neue Grund­la­ge für feuch­tes Toi­let­ten­pa­pier mit deut­lich ver­bes­ser­ten phy­si­ka­li­schen Eigen­schaf­ten ent­wi­ckelt. Feuch­tes Toi­let­ten­pa­pier auf Hydro­fi­ne-Basis löst sich nach Gebrauch durch die mecha­ni­schen Ein­wir­kun­gen der Was­ser­ver­wir­be­lun­gen in der Kana­li­sa­ti­on schnel­ler auf und ist voll­stän­dig bio­lo­gisch abbau­bar.