Die glo­ba­le Debat­te über Ver­pa­ckungs­müll, den damit ver­bun­de­nen Umgang mit Res­sour­cen sowie der zuneh­men­de Regu­lie­rungs­druck haben die Nach­fra­ge der Geträn­ke­indus­trie nach alter­na­ti­ven und neu­en Ver­pa­ckungs­lö­sun­gen wei­ter ver­stärkt. Dabei geht es neben der Ein­spa­rung von Res­sour­cen im Pro­duk­ti­ons­pro­zess vor allem um die Ver­pa­ckung selbst. PET-Behäl­ter und Kunst­stoff­ver­pa­ckun­gen ste­hen der­zeit beson­ders im Fokus. Redu­zie­ren und Recy­celn gehö­ren zu den Gebo­ten der Stun­de. KHS bie­tet kon­kre­te Lösun­gen und ver­fügt über ein umfas­sen­des Know-how, das die Nach­hal­tig­keits­be­stre­bun­gen sei­ner Kun­den dezi­diert unter­stützt.

Nicht erst seit heu­te bewegt das The­ma Nach­hal­tig­keit die Bran­che. Zum einen geht es dabei um Kli­ma­zie­le, kon­kret die kon­ti­nu­ier­li­che Sen­kung des CO2-Foot­prints in der Geträn­ke­pro­duk­ti­on dank der Ent­wick­lung und dem Ein­satz immer ener­gie- und res­sour­cen­ef­fi­zi­en­te­rer Anla­gen. Zum ande­ren wächst die Bedeu­tung inno­va­ti­ver Ver­pa­ckungs­lö­sun­gen, von denen Geträn­ke­her­stel­ler und Kon­su­men­ten glei­cher­ma­ßen pro­fi­tie­ren. Der Weg zu immer nach­hal­ti­ge­ren Pri­mär- und Sekun­där­ver­pa­ckun­gen folgt dabei zwei wesent­li­chen Maxi­men: Recy­celn und Redu­zie­ren. Ver­pa­ckungs­ma­te­ri­al soll­te mög­lichst stän­dig in Umlauf gehal­ten wer­den, indem man es zurück­ge­winnt, auf­be­rei­tet und ste­tig wie­der­ver­wer­tet. Dar­über hin­aus wird auf viel­fäl­ti­ge Wei­se dar­an gear­bei­tet, immer weni­ger Ver­pa­ckungs­ma­te­ri­al ein­zu­set­zen, um Roh­stof­fe zu scho­nen und Müll zu ver­mei­den. KHS ver­folgt bei­de Zie­le und bie­tet kon­kre­te Lösun­gen.

FreshSafe-PET: recycelbare Barrierelösung

Ein wich­ti­ger Schritt auf dem Weg zu einer star­ken, effi­zi­en­ten und damit nach­hal­ti­gen Kreis­lauf­wirt­schaft ist es, die Recy­cling­fä­hig­keit von PET-Fla­schen so zu ver­bes­sern, dass sie einem Fla­sche-zu-Fla­sche-Recy­cling zuge­führt wer­den kön­nen. Ins­be­son­de­re Saft­fla­schen bestehen in vie­len Fäl­len aus Multilayer‑, Blend- oder Sca­ven­ger-Addi­ti­ven. Sie sol­len sen­si­ti­ve Geträn­ke vor äuße­ren Ein­flüs­sen wie Sauer­stoff­ein­trag schüt­zen. Die­se Zusät­ze in den Pre­forms ver­hin­dern jedoch eine sor­ten­rei­ne Wie­der­auf­be­rei­tung und somit die Nut­zung im voll­stän­di­gen Fla­sche-zu-Fla­sche-Recy­cling. Mit Fresh­Safe-PET – einem paten­tier­ten Plas­ma-Beschich­tungs­ver­fah­ren – bie­tet das Unter­neh­men nach eige­nen Anga­ben die der­zeit ein­zi­ge aner­kann­te voll recy­cel­ba­re Bar­rie­re­lö­sung, um Recy­cling­quo­ten von PET-Geträn­ke­ver­pa­ckun­gen mit erwei­ter­tem Pro­dukt­schutz glo­bal signi­fi­kant zu erhö­hen. Das bestä­ti­gen meh­re­re Recy­cling­ver­bän­de wie die EPBP oder APR. In dem Ver­fah­ren wird auf der Innen­sei­te des PET-Behäl­ters eine hauch­dün­ne Schutz­schicht aus Sili­zi­um­oxid (SiOx), also aus che­misch rei­nem Glas, auf­ge­tra­gen. Die Tech­no­lo­gie ersetzt die sonst nöti­gen Addi­ti­ve. Sie schützt sen­si­ble Pro­duk­te wie Frucht­säf­te und Nek­tare vor dem Ein­drin­gen von Sauer­stoff und ande­ren Sub­stan­zen. Bei koh­len­säu­re­hal­ti­gen Geträn­ken wird zusätz­li­cher Ver­lust von CO2 deut­lich redu­ziert. Der Geschmack bleibt erhal­ten, die Halt­bar­keit wird ver­län­gert und die voll­stän­di­ge Recy­cling­fä­hig­keit dadurch erst ermög­licht.

PET-Behälterlösungen aus Rezyklat

Eine ande­re Mög­lich­keit, die Öko­bi­lanz wei­ter zu ver­bes­sern, ist die Erhö­hung des Rezy­klat­an­teils bis hin zu einem hun­dert­pro­zen­ti­gen Anteil von soge­nann­tem rPET in PET-Behäl­tern. Das Unter­neh­men bie­tet für die­se Opti­on Lösun­gen an. So hat der Sys­tem­an­bie­ter bei­spiels­wei­se in Koope­ra­ti­on mit dem Abfül­ler Mine­ral­brun­nen All­gäu­er Alpen­was­ser, dem Pre­form-Pro­du­zen­ten Plas­ti­pack und dem Ber­li­ner Start-up sha­re eine 0,5‑Liter- sowie eine 1,0‑Liter-PET-Flasche aus 100 Pro­zent Rezy­klat ent­wi­ckelt und erfolg­reich in den Markt gebracht. „Die Her­stel­lung einer PET-Fla­sche aus 100 Pro­zent recy­cel­tem PET ist durch­aus mög­lich, doch ste­cken die Her­aus­for­de­run­gen im Detail. Hier ist eine dif­fe­ren­zier­te Betrach­tung not­wen­dig“, sagt Arne Wie­se, Pro­duct Mana­ger Bot­t­les & Shapes bei KHS Cor­po­p­last in Ham­burg. „Che­misch recy­cel­tes PET ermög­licht Qua­li­tä­ten, die genau dem von Vir­gin-PET ent­spre­chen. Hier gibt es kei­ne Ein­schrän­kun­gen.“ Aller­dings ist im Markt genutz­tes rPET meist ein unter Vaku­um­be­din­gun­gen gerei­nig­tes PET. „Hier schwan­ken die Qua­li­tä­ten je nach Her­stel­lungs­ver­fah­ren“, so Wie­se. Die Qua­li­tät des rPET hat jedoch Aus­wir­kun­gen auf die Fla­schen­sta­bi­li­tät und auf das Gewicht. Das heißt: Je schlech­ter die Qua­li­tät des Rezy­klats, des­to sta­bi­ler muss die Fla­sche sein. Das ist ent­we­der durch ein höhe­res Gewicht oder die Opti­mie­rung des Pre­forms zu errei­chen. „Wenn eine Fla­sche so leicht ist, das sie gera­de noch die Sta­bi­li­täts­kri­te­ri­en erfüllt – dann wird eine min­der­wer­ti­ge Qua­li­tät des Rezy­klats dafür sor­gen, dass die­se die Spe­zi­fi­ka­ti­on eben nicht mehr erfüllt“, sagt Wie­se.

Sekundärverpackungen bieten Einsparungspotenziale

Im KHS Com­pe­tence Cen­ter für sekun­dä­re Ver­pa­ckungs­lö­sun­gen am Stand­ort Kle­ve arbei­tet man längst an Alter­na­ti­ven zur klas­si­schen Schrumpf­fo­lie. Vie­le davon erfor­dern aus­gie­bi­ge Test­ver­fah­ren auf den Anla­gen. „Die größ­te Her­aus­for­de­rung für uns ist die Ver­ar­beit­bar­keit der Ver­pa­ckungs­ma­te­ria­li­en“, betont Karl-Heinz Klum­pe, Pro­duct Mana­ger Packa­ging bei KHS. „Schrumpf­fo­lie aus recy­cel­tem Kunst­stoff zeigt ein ganz ande­res Schrumpf­ver­hal­ten als Folie aus Neu­ma­te­ri­al. Dar­auf kön­nen wir als Maschi­nen­bau­er nicht allei­ne eine Ant­wort geben, son­dern müs­sen uns eng mit den Foli­en­her­stel­lern abstim­men.“ Zu die­sem Zweck ver­an­stal­tet KHS Work­shops mit die­sen Part­nern. Dabei wird aus­ge­lo­tet, wie der Rezy­klat­an­teil der Foli­en – wie bei­spiels­wei­se in Deutsch­land durch das neue Ver­pa­ckungs­ge­setz vor­ge­schrie­ben – wei­ter erhöht wer­den kann. Not­wen­dig wären unter ande­rem Ver­än­de­run­gen an der Che­mie oder Rezep­tur der Foli­en bei gleich­zei­ti­ger Anpas­sung der Maschi­nen­tech­nik. „Grund­be­din­gung ist ein qua­li­ta­ti­ver Stan­dard, der von den Mar­ke­ting­ver­ant­wort­li­chen der gro­ßen Abfül­ler akzep­tiert wird. Bei Foli­en aus 100 Pro­zent Rezy­klat ist das Schrumpf­ergeb­nis noch nicht zufrie­den­stel­lend. Hier wer­den wir gemein­sam die Ent­wick­lung zügig wei­ter vor­an­trei­ben, um den Spa­gat zwi­schen stei­gen­den Recy­cling­an­for­de­run­gen einer­seits und dem Ruf nach einer immer höher­wer­ti­gen Qua­li­tät der Gebin­de ande­rer­seits zu bewäl­ti­gen“, sagt Klum­pe.

Packlösung Nature MultiPack

Mit der Ent­wick­lung des Natu­re Mul­ti­Pack hat der Her­stel­ler bereits eine foli­en­freie Ver­pa­ckung im Port­fo­lio, die Vor­rei­ter in Sachen Nach­hal­tig­keit ist. Die­se redu­zier­te Form der Sekun­där­ver­pa­ckung macht die her­kömm­li­che Schrumpf­fo­lie bei Mul­ti­packs sogar kom­plett über­flüs­sig. PET-Fla­schen oder Dosen wer­den dabei ledig­lich durch leicht lös­ba­re, aber ver­bund­si­che­re Kle­be­punk­te zusam­men­ge­hal­ten. Für den Trans­port ist so nur noch ein selbst­kle­ben­der Tra­ge­griff erfor­der­lich. Die Kle­be­punk­te selbst beein­träch­ti­gen in kei­ner Wei­se die Qua­li­tä­ten des zu rezy­klie­ren­den Mate­ri­als, denn der Kleb­stoff wird im Recy­cling­pro­zess pro­blem­los ent­fernt. Das Natu­re Mul­ti­Pack wur­de 2018 durch die Carls­berg Grup­pe unter dem Namen „Snap Pack“ als Sech­ser­pack für Dosen in den Markt ein­ge­führt. Bereits 2016 nutz­te Dano­ne Waters die­se Ver­pa­ckungs­lö­sung bei der Markt­ein­füh­rung sei­ner soge­nann­ten „Prestige“-PET-Flasche für Evi­an. So wird Plas­tik­müll kom­plett ver­mie­den, indem kei­ne Foli­en­ver­pa­ckung mehr ent­sorgt wer­den muss.