Das norwegische Unternehmen Pharma Marine erweitert seine Fischölproduktion in Søvik an der Westküste des Landes. Gea erhielt den Zuschlag für die Konstruktion und Installation einer neuen Prozesslinie zur Raffination von Fischölen, die in der Lebensmittel-, Pharma- und Kosmetikindustrie eingesetzt werden. Die Auslieferung und Inbetriebnahme der kompletten Raffinationslinie ist für Mitte 2022 geplant.

 

Pharma Marine stellt hochwertige Omega-3-Produkte her, die auf nachhaltigen marinen Naturstoffen basieren. Dank moderner Technik und eigener enzymatischer Verfahren – einschließlich Reinigung und Destillation – kann der norwegische Anbieter hierzu marine Nebenprodukte mit hohem Nährstoff- und Fettgehalt verwenden. Das Unternehmen vertreibt seine Artikel traditionell als Bulkware, bietet aber auch gebrauchsfertige Flüssigprodukte an.

 

Gea wird die neue Prozesslinie nach den Vorgaben von Pharma Marine bauen und auch die Inbetriebnahme übernehmen. Die Anlage nutzt ein zweistufiges Verfahren zur Neutralisierung von vorentschleimten Speiseölen sowie Ölen mit einem geringen Anteil an Phosphatiden wie beispielsweise Fischöl. Dessen freie Fettsäuren werden zunächst einer Verseifung mit Natronlauge unterzogen. Anschließend wird die entstandene Seife in der ersten Separationsstufe abgetrennt. Neutralisationsverfahren entfernen freie Fettsäuren äußerst zuverlässig und werden daher bevorzugt bei der Raffination von Fischölen eingesetzt, da diese meist einen höheren Anteil an freien Fettsäuren aufweisen.

 

Das Unternehmen wird die Prozesslinie mit einigen Features ausstatten, die für hohe Flexibilität und eine einfache Installation sorgen. Sämtliche Elemente, die mit dem Produkt in Berührung kommen, werden aus Edelstahl gefertigt. So werden die hohen Hygieneanforderungen eingehalten. Da

Pharma Marine verschiedene Fischölsorten verarbeiten wird, sieht die Anlage von Gea eine Funktion zur Säurebehandlung vor. So hat der Kunde größtmögliche Flexibilität mit Blick auf verschiedene Prozessfahrweisen und deren Verweilzeiten. Die Anlage soll zudem komplett auf Skids montiert werden, sodass bei Auslieferung nahezu alle Bauteile bereits vorinstalliert und vorab getestet sind.

 

Das beschleunigt nicht nur die Inbetriebnahme vor Ort, sondern lässt auch eine flexible Aufstellung zu. Die Skids enthalten neben zwei Raffinationsseparatoren auch Mischer, Pumpen, kleine Tanks für Feststoffe und die schwere Phase sowie Wärmetauscher. Beide Separatoren sind mit dem Finetuner ausgestattet und lassen sich damit bei laufendem Betrieb an wechselnde Zusammensetzungen anpassen.