Grü­ner Was­ser­stoff und Grü­nes Ammo­ni­ak als nach­hal­ti­ge Roh­stof­fe für die Dün­ge­mit­tel­in­dus­trie: Mit die­sem Ziel wer­den das Fraun­ho­fer-Insti­tut für Mikro­struk­tur von Werk­stof­fen und Sys­te­men in Hal­le (Saa­le) und die marok­ka­ni­sche OCP Group, der welt­weit größ­te Expor­teur von Phos­pha­ten, künf­tig noch enger zusam­men­ar­bei­ten. Im Che­mie­park Leu­na unter­zeich­ne­ten die bei­den Ein­rich­tun­gen eine Koope­ra­ti­ons­ver­ein­ba­rung.

Das Memo­ran­dum of Under­stan­ding sieht eine kon­ti­nu­ier­li­che Zusam­men­ar­beit mit dem Ziel vor, nach­wach­sen­de Roh­stof­fe noch bes­ser für die Nut­zung in der Dün­ge­mit­tel­in­dus­trie zu erschlie­ßen. Der Schwer­punkt soll auf zwei Roh­stof­fen lie­gen: Grü­ner Was­ser­stoff, der mit­tels Elek­tro­ly­se mit Strom aus erneu­er­ba­ren Ener­gi­en gewon­nen wird, lässt sich als Aus­gangs­stoff zu zahl­rei­chen wich­ti­gen Pro­duk­ten der che­mi­schen Indus­trie wei­ter­ver­ar­bei­ten. Grü­nes Ammo­ni­ak, bestehend aus Grü­nem Was­ser­stoff und Stick­stoff, kann als Grund­stoff bei­spiels­wei­se für die Her­stel­lung von Dün­ge­mit­teln die­nen.

Grü­ner Was­ser­stoff und Grü­nes Ammo­ni­ak bie­ten enor­me Poten­zia­le, um die Roh­stoff­ver­sor­gung für die Dün­ge­mit­tel­pro­duk­ti­on auf eine nach­hal­ti­ge Basis stel­len zu kön­nen und unab­hän­gi­ger von Erd­öl, Erd­gas und ande­ren fos­si­len Roh­stof­fen zu wer­den. Ich freue mich, dass unse­re zahl­rei­chen Akti­vi­tä­ten zur Che­mie 4.0 auch inter­na­tio­nal wahr­ge­nom­men wer­den und wir die­se Tech­no­lo­gi­en nun auch mit einem glo­bal füh­ren­den Kon­zern wie OCP vor­an­trei­ben kön­nen, um nach­zu­wei­sen, dass sie sich im indus­tri­el­len Maß­stab ein­set­zen las­sen – und zwar zu Prei­sen, die sich für die Unter­neh­men loh­nen.“

Prof. Ralf B. Wehr­spohn, Lei­ter des Fraun­ho­fer IMWS

Im tra­di­ti­ons­rei­chen Che­mie­park Leu­na, wo die Koope­ra­ti­ons­ver­ein­ba­rung unter­zeich­net wur­de, ent­steht unter Füh­rung der Fraun­ho­fer-Gesell­schaft bereits eine Pilot­an­la­ge, mit der ab 2019 Grü­ner Was­ser­stoff pro­du­ziert und für den Stoff­ver­bund der dort ansäs­si­gen Unter­neh­men bereit gestellt wer­den soll. Eine ähn­li­che Platt­form, die zudem auch Grü­nes Ammo­ni­ak pro­du­zie­ren kann, wird nun für einen Stand­ort in Marok­ko von OCP und dem Green Ener­gy Park ent­wi­ckelt. Das Fraun­ho­fer IMWS unter­stützt dabei. Zudem besuch­te die Dele­ga­ti­on aus Marok­ko dort auch das Fraun­ho­fer-Zen­trum für Che­misch-Bio­tech­no­lo­gi­sche Pro­zes­se CBP und infor­mier­te sich über die Mög­lich­kei­ten, Phos­phor mit bio­tech­no­lo­gi­schen Pro­zes­sen zu modi­fi­zie­ren sowie die Poten­zia­le der elek­tro­ka­ta­ly­ti­schen Syn­the­se bei der Pro­duk­ti­on von Ammo­ni­ak.

Die deutsch-marok­ka­ni­sche Koope­ra­ti­on hat sich bereits wie­der­holt bewährt. So haben die Exper­ten aus Hal­le den Auf­bau des 2015 eröff­ne­ten Green Ener­gy Park beglei­tet. Die­se Test- und For­schungs­platt­form für Pho­to­vol­ta­ik-Modu­le und -Sys­te­me ist eines der größ­ten Test­fel­der für Pho­to­vol­ta­ik und Solar­ther­mie in Afri­ka. Im Green Ener­gy Park kön­nen in Echt­zeit die Leis­tungs­cha­rak­te­ris­tik von Solar­mo­du­len und -Sys­te­men sowie orts­ab­hän­gi­ge Ein­flüs­se wie Son­nen­ein­strah­lung, Atmo­sphä­re, Wind, Ver­schmut­zung, Nie­der­schlag und Tem­pe­ra­tur unter­sucht wer­den.