Der Maschinenbau-Fachzweig Verfahrenstechnische Maschinen und Apparate weist nach vorläufigen Daten des Statistischen Bundesamtes für das Jahr 2025 ein Produktionsminus von 2,8 Prozent auf. So schließt die Verfahrenstechnik das vierte Jahr in Folge mit einem Rückgang ab. Der schwache Auftragseingang verschärft die Situation weiter.
Die zurückhaltende Investitionsbereitschaft der Kunden und der Aufschub von Projekten sorgen für einen nachlassenden Auftragseingang. Preisbereinigt lag das Inlandsgeschäft im vergangenen Jahr 11 Prozent unter dem Vorjahrswert, die Bestellungen aus dem Ausland sanken um 33 Prozent. Einzig der Euroraum zeigte eine positive Entwicklung mit steigenden Aufträgen, wohingegen die Nachfrage aus dem sonstigen Ausland spürbar zurückging.
Trotz erratischer Zollpolitik der USA und abnehmender Nachfrage des zweitgrößten Absatzmarkts China stiegen die Ausfuhren aus Deutschland an: Mit rund 7,6 Milliarden Euro erzielt die Branche einen Zuwachs von 3,6 Prozent. Während sich die Ausfuhren in die USA mit minus 11 Prozent und nach China mit minus 5,9 Prozent negativ entwickeln, zog der Handel mit den EU-Partnerländern an. Insgesamt konnte Verfahrenstechnik aus Deutschland im Wert von rund 3,4 Milliarden Euro in die wichtigste Abnehmerregion verkauft werden, das bedeutete einen Exportzuwachs von 10,7 Prozent.
Wachstum ergaben sich auch in weiteren Regionen: Insbesondere der Nahe und Mittlere Osten, Zentral- und Südasien sowie Südostasien verzeichneten eine stark steigende Nachfrage nach verfahrenstechnischen Lösungen aus Deutschland. Für die Branche eröffnen sich große Chancen in Märkten, die stark investieren oder staatliche Förderprogramme umsetzen.
„Das Inlandsgeschäft läuft dagegen schleppend“, erklärt VDMA-Fachverbandsgeschäftsführer Richard Clemens und bezieht sich dabei auf das Ergebnis der Konjunkturumfrage. „Die Unternehmen berichten von steigenden Kosten und Auftragsmangel. Wenn nicht bald eine Trendwende vollzogen wird, stehen Maßnahmen wie Produktionsverlagerungen und Schließungen im Raum.“
Die Standortbedingungen fordern Unternehmen heraus. Neben dem erhöhten Druck, international wettbewerbsfähig zu bleiben, plagen die Hersteller von Verfahrenstechnischen Maschinen und Apparaten hohe Energiepreise und bürokratische Kleinteiligkeit. Die Branche erwartet daher klare und wirksame Reformimpulse aus der Politik, um die Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandorts nachhaltig zu stärken.












