Die Anfor­de­run­gen in der Lebens­mit­tel- und Ernäh­rungs­in­dus­trie in Bezug auf Pro­dukt­qua­li­tät und ‑sicher­heit wer­den immer höher. Wel­che gesetz­li­chen Vor­schrif­ten Her­stel­ler aktu­ell erfül­len müs­sen, ist umfas­send gere­gelt. So legt neben dem Lebens­mit­tel- und Fut­ter­mit­tel­ge­setz­buch (LFGB) bei­spiels­wei­se der IFS Food Stan­dard fest, dass Lebens­mit­tel frei von Fremd­kör­pern sein müs­sen. Kon­su­men­ten sol­len damit vor Schä­den geschützt und die Pro­dukt­qua­li­tät gewähr­leis­tet wer­den. Auch die Good Manu­fac­tu­ring Prac­tice der Ver­ord­nung (EG) Nr. 2023/2006 schreibt als Teil der Sicher­stel­lung des Ver­brau­cher­schut­zes vor „durch ein Eigen­kon­troll- bzw. Qua­li­täts­kon­troll­sys­tem die Anwen­dung der Guten Her­stel­lungs­pra­xis zu über­wa­chen“. Als wich­ti­ger Stich­punkt ist auch das HACCP-Kon­zept (Hazard Ana­ly­sis and Cri­ti­cal Con­trol Points, d. h. Gefah­ren­ana­ly­se und kri­ti­sche Len­kungs­punk­te) zu nen­nen. Hier­zu schreibt der Bund für Lebens­mit­tel­recht und Lebens­mit­tel­kun­de, dass „die in den Ver­ant­wor­tungs­be­reich des Lebens­mit­tel­ab­pa­ckers fal­len­de Gefah­ren­ana­ly­se im Sin­ne des HACCP-Kon­zepts eine auf das gesam­te Ver­pa­ckungs­sys­tem bezo­ge­ne Sicher­heits­be­trach­tung, die Bewer­tung der Ein­flüs­se der Ver­pa­ckung und Ver­pa­ckungs­kom­po­nen­ten sowie deren Zusam­men­wir­ken erfor­dert“. Um die natio­nal und inter­na­tio­nal vor­ge­schrie­be­ne Pro­dukt­si­cher­heit zu gewähr­leis­ten, kom­men an der Ver­pa­ckungs­li­nie je nach Auf­ga­ben­stel­lung spe­zi­el­le Sen­so­ren, Scan­ner oder Inspek­ti­ons­sys­te­me zum Ein­satz. Einen aktu­el­len Stand der neu­es­ten Trends im Bereich der Qua­li­täts­kon­trol­le zei­gen die Aus­stel­ler der Fach­Pack 2018.

Qualitätskontrolle im Verpackungsprozess

Lebens­mit­tel­ver­pa­ckun­gen die­nen in ers­ter Linie dazu, ihren Inhalt für die Lage­rung und den Trans­port vor schäd­li­chen Umwelt­ein­flüs­sen und Beschä­di­gun­gen zu schüt­zen. Sie stel­len eine län­ge­re Halt­bar­keit von Nah­rungs­mit­teln sicher, indem sie mit Schutz­at­mo­sphä­re begast wer­den. Ob die Ver­pa­ckung alle Anfor­de­run­gen für die­se Auf­ga­be zuver­läs­sig erfüllt, wird in moder­nen Pro­duk­ti­ons­be­trie­ben bereits an der Ver­pa­ckungs­li­nie voll­au­to­ma­tisch über­prüft.

Die Sicher­stel­lung der Qua­li­tät an der Ver­pa­ckungs­li­nie erfolgt in der Regel durch nicht-inva­si­ve Sys­te­me. Damit wer­den Inspek­ti­ons­pro­zes­se bezeich­net, die an der Linie erfol­gen, ohne dass dafür ein­zel­ne Ver­pa­ckun­gen ent­nom­men wer­den müs­sen. Die­se inte­grier­ten Kon­troll­sys­te­me unter­stüt­zen die meist hohen Pro­duk­ti­ons­takt­zah­len in der Lebens­mit­tel­in­dus­trie und sor­gen gleich­zei­tig für die Umset­zung aller Anfor­de­run­gen an die Lebens­mit­tel­si­cher­heit.

Durch die Ver­bin­dung mit vor- und nach­ge­la­ger­ten Kom­po­nen­ten der Ver­pa­ckungs­li­nie las­sen sich bei die­sen Sys­te­men beschä­dig­te oder bean­stan­de­te Ver­pa­ckungs­ein­hei­ten ohne manu­el­les Ein­grei­fen leicht aus­schleu­sen. Gleich­zei­tig kön­nen die Sys­te­me Rück­mel­dung an vor­ge­la­ger­te Maschi­nen wie Füll­ro­bo­ter, Sie­gel­ma­schi­nen oder Eti­ket­tie­rer geben, die dann direkt auf erkann­te Abwei­chun­gen reagie­ren kön­nen.

Lebensmittel sicher luftdicht verpacken

Für die Kon­trol­le unter­schied­li­cher Ver­pa­ckungs­ma­te­ria­li­en und ‑pro­zes­se ste­hen ver­schie­de­ne Tech­no­lo­gi­en zur Ver­fü­gung. Bei der Pri­mär­ver­pa­ckung gehört dazu ins­be­son­de­re die Dich­tig­keits­prü­fung. Denn ist die Ver­pa­ckung von ver­derb­li­chen Lebens­mit­teln wie Wurst und Käse undicht, kann dies nicht nur zum Ver­derb der Ware füh­ren, son­dern sogar den Ruf des Her­stel­lers schä­di­gen und zu teu­ren Rück­ruf­ak­tio­nen füh­ren. Die Inli­ne-Dich­te­prü­fung erfolgt bei Ver­pa­ckun­gen mit Schutz­gas bei­spiels­wei­se über Gerä­te, die auf Prüf­gas zurück­grei­fen. Sie ver­fü­gen über sen­si­ble Gas­sen­so­ren, die selbst mini­mals­te Undich­tig­kei­ten auf­fin­den. Dabei kom­men als Prüf­gas Koh­len­di­oxyd, Heli­um und Was­ser­stoff zum Ein­satz.

Über visu­el­le Inspek­ti­ons­sys­te­me las­sen sich dar­über hin­aus die Sie­gel­näh­te von Ver­pa­ckun­gen wie Trays oder Schlauch­beu­tel kon­trol­lie­ren. Die­se Gerä­te erken­nen zusätz­lich Ver­un­rei­ni­gun­gen der Näh­te und prü­fen die Posi­ti­on von Eti­ket­ten. Visu­el­le Inspek­ti­ons­sys­te­me bestehen in der Regel aus Kame­ras, die in Ver­bin­dung mit einer Aus­wer­tungs­soft­ware bestimm­te Para­me­ter abglei­chen. Hier­für wer­den die ver­pack­ten Pro­duk­te im Ver­pa­ckungs­pro­zess an den Kame­ras vor­bei­ge­führt. Stellt das Bil­der­ken­nungs­sys­tem eine Abwei­chung von einem vor­ab defi­nier­ten Ist-Zustand fest, wird die­se Infor­ma­ti­on im Sys­tem wei­ter­ge­ge­ben und die feh­ler­haf­te Packung auto­ma­tisch aus­ge­schleust. Zu den vor­ab defi­nier­ten Para­me­tern zäh­len neben undich­ten Ver­pa­ckun­gen auch opti­sche Män­gel. Der Vor­teil die­ser Sys­te­me besteht dar­in, dass sie sich für beson­ders hohe Lini­en­ge­schwin­dig­kei­ten eig­nen.

Fremdkörper erkennen

Dass Fremd­kör­per wäh­rend der Zer­klei­ne­rung und Ver­ar­bei­tung von Lebens­mit­teln ihren Weg in die End­ver­pa­ckung fin­den, kann kein Her­stel­ler voll­stän­dig aus­schlie­ßen. Aller­dings sind Kno­chen­split­ter in der Wurst, Metall­tei­le von abge­bro­che­nen Klin­gen oder Plas­tik­stü­cke von Ver­pa­ckun­gen und Trans­port­kis­ten ein Worst-Case-Sze­na­rio für jeden Lebens­mit­tel­pro­du­zen­ten. Um Scha­den von den Kon­su­men­ten abzu­wen­den, müs­sen in die­sem Fall gan­ze Char­gen zurück­ge­ru­fen wer­den. Ein Rück­ruf erfor­dert auch die Kon­trol­le der gesam­ten Linie, die bis zur ein­deu­ti­gen Fest­stel­lung der Feh­ler­quel­le aus­fällt. Ver­hin­dern lässt sich ein sol­cher Fall bei­spiels­wei­se mit Metall­de­tek­to­ren, die nach dem Ver­pa­ckungs­pro­zess ange­bracht sind. Die Ver­pa­ckun­gen durch­lau­fen die Gerä­te am Ende der Pro­zess­ket­te und wer­den durch­leuch­tet. Metal­li­sche Fremd­kör­per wer­den dabei erkannt und feh­ler­haf­te Ein­hei­ten aus­ge­schleust.

Sol­len ande­re Arten von Fremd­kör­pern wie Stei­ne, Plas­tik oder Kno­chen­split­ter auf­ge­spürt wer­den, kommt Rönt­gen­tech­nik zum Ein­satz. Rönt­gen­in­spek­ti­ons­sys­te­me detek­tie­ren Abwei­chun­gen in der Dich­te der Pro­duk­te. Über vor­ge­ge­be­ne Ein­stel­lung kön­nen Rönt­gen­sys­te­me alle Arten von unter­wünsch­ten Mate­ria­li­en auf­spü­ren. Des­halb eig­nen sie sich neben der Fremd­kör­per­de­tek­ti­on auch für wei­te­re Auf­ga­ben der Qua­li­täts­kon­trol­le: Salz­ver­klum­pun­gen las­sen sich eben­so auf­spü­ren wie Abwei­chun­gen in der Pro­dukt­zu­sam­men­stel­lung. Ent­spricht die Fleisch­ein­la­ge im Fer­tig­ge­richt nicht der Rezep­tur, kann dies das Rönt­gen­ge­rät fest­stel­len.

Wel­che Sys­te­me sich zur Qua­li­täts­si­che­rung am bes­ten eig­nen, hängt stark vom Pro­dukt und der erfor­der­li­chen Takt­ge­schwin­dig­keit ab. Zahl­rei­che Aus­stel­ler der Fach­Pack 2018 bie­ten für die­se Auf­ga­ben Stand-alo­ne-Lösun­gen oder inte­grie­ren die Qua­li­täts­kon­trol­le in ihre Lini­en­kon­zep­te.