Moleküle als Therapien für Krebserkrankungen

Merck hat die Vor­stel­lung von Daten zu unter­schied­li­chen The­ra­pie­mo­da­li­tä­ten und Wirk­me­cha­nis­men für schwer the­ra­pier­ba­re Krebs­er­kran­kun­gen im Rah­men der Jah­res­ta­gung 2019 der Ame­ri­can Socie­ty of Cli­ni­cal Onco­lo­gy (Asco) ange­kün­digt. Die Ver­an­stal­tung fin­det vom 31. Mai bis 4. Juni in Chi­ca­go (IL, USA) statt. Neue Daten wer­den zu Bavencio (Avel­um­ab) und zu Erbi­tux (Cetu­xi­mab) prä­sen­tiert. Hier­zu gehö­ren auch Daten zu ratio­na­len The­ra­pie­kom­bi­na­tio­nen mit Che­mo­the­ra­pie, Bestrah­lung oder ande­ren ziel­ge­rich­te­ten Sub­stan­zen. Ziel ist es, neue Wege zu iden­ti­fi­zie­ren, wie die The­ra­pie­er­geb­nis­se für die Pati­en­ten ver­bes­sert wer­den kön­nen. In einer münd­li­chen Prä­sen­ta­ti­on geht es ent­spre­chend um die Defi­ni­ti­on von Bio­mar­kern zur Dif­fe­ren­zie­rung von the­ra­pie­spe­zi­fi­schen Out­co­mes bei Pati­en­ten mit fort­ge­schrit­te­nem Nie­ren­zell­kar­zi­nom (RCC), die in Erst­li­nie mit Bavencio (Avel­um­ab) in Kom­bi­na­ti­on mit Axi­t­i­nib behan­delt wur­den. Zudem unter­mau­ern Abs­trac­ts mit Ergeb­nis­sen aus einer Rei­he von vor­ran­gi­gen kli­ni­schen Ent­wick­lungs­pro­gram­men unter ande­rem zu Tepot­i­nib*†, Bin­tra­fusp alfa†‡ (M7824) und dem umfas­sen­den Port­fo­lio des Unter­neh­mens zu DNA-Repa­ra­tur (DDR) das wis­sen­schaft­li­che Inno­va­ti­ons­po­ten­zi­al und brei­te Spek­trum der Pipe­line von Merck.

Zu Bavencio (Avel­um­ab) wird Merck Daten aus fünf Stu­di­en prä­sen­tie­ren, dar­un­ter die Indi­ka­tio­nen Mer­kel­zell­kar­zi­nom, RCC, Leber­zell­kar­zi­nom und Uro­thel­kar­zi­nom. In einer münd­li­chen Prä­sen­ta­ti­on wer­den unter ande­rem Bio­mar­kerana­ly­sen von Base­li­ne-Tumor­pro­ben aus der Pha­se-III-Stu­die Jave­lin Renal 101 bei zuvor unbe­han­del­ten Pati­en­ten mit fort­ge­schrit­te­nem RCC vor­ge­stellt. Die Stu­die wies dar­auf hin, dass eine PD-L1-Expres­si­on (≥ 1 % Immun­zel­len) mit dem längs­ten pro­gres­si­ons­frei­en Über­le­ben (PFS) im Behand­lungs­arm Avel­um­ab plus Axi­t­i­nib und mit dem kür­zes­ten PFS im Sunit­i­nib-Arm (HR, 0,63; 95 % KI, 0,49, 0,81) ein­her­ging. Eine Aus­wer­tung der rele­van­ten Genex­pres­si­ons­si­gna­tu­ren (GES) von Immun­zel­len deu­te­te dar­auf hin, dass im Behand­lungs­arm Avel­um­ab plus Axi­t­i­nib das PFS bei GES-posi­ti­ven Pati­en­ten län­ger war als bei GES-nega­ti­ven Pati­en­ten (HR, 0,63; 95 % KI, 0,46, 0,86; p = 0,004, zwei­sei­tig) eben­so wie im Ver­gleich zu Pati­en­ten eines unab­hän­gi­gen Daten­sat­zes (Jave­lin Renal 100; Chouei­ri, Lan­cet Oncol, 2018) (HR, 0,46; 95 % KI, 0,20, 1,05; p = 0,064, zwei­sei­tig). Das Sicher­heits- und Ver­träg­lich­keits­pro­fil der Kom­bi­na­ti­ons­the­ra­pie ent­sprach den bekann­ten Sicher­heits­pro­fi­len der ein­zel­nen Arz­nei­mit­tel. Die häu­figs­ten Neben­wir­kun­gen (≥ 20 %) waren Diar­rhö, Fati­gue, Hyper­to­nie, Schmer­zen der Ske­lett­mus­ku­la­tur, Übel­keit, Muko­si­tis, palmar-plan­t­are Ery­thro­dy­s­äs­the­sie, Dys­pho­nie, ver­min­der­ter Appe­tit, Hypo­thy­reo­se, Haut­aus­schlag, Hepa­to­to­xi­zi­tät, Hus­ten, Dys­pnoe, Bauch­schmer­zen und Kopf­schmer­zen. Schwer­wie­gen­de Neben­wir­kun­gen tra­ten bei 35 % der Pati­en­ten unter Bavencio (Avel­um­ab) in Kom­bi­na­ti­on mit Axi­t­i­nib auf. Die Inzi­denz schwe­rer kar­dio­vas­ku­lä­rer Neben­wir­kun­gen war unter Bavencio (Avel­um­ab) in Kom­bi­na­ti­on mit Axi­t­i­nib höher als unter Sunit­i­nib.
Zu Erbi­tux (Cetu­xi­mab) wer­den Daten aus einer retro­spek­ti­ven Ana­ly­se des Gesamt­über­le­bens (OS) gemäß Fol­ge­be­hand­lung vor­ge­stellt. Hier­bei han­delt es sich um Daten von Pati­en­ten mit meta­stasier­tem Kolo­rek­tal­kar­zi­nom vom RAS-Wild­typ aus der Pha­se-III-Stu­die EPIC, um den Effekt auf das Gesamt­über­le­ben von Behand­lun­gen (mit Erbi­tux, ohne Erbi­tux bzw. kei­ne Fol­ge­be­hand­lung) aus­zu­wer­ten, die im Anschluss der Stu­die erfolg­ten.

Eini­ge der vor­ge­stell­ten Mole­kü­le stam­men aus der unter­neh­mens­ei­ge­nen For­schung von Merck. Hier­zu gehört Tepot­i­nib, ein ora­ler MET-Inhi­bi­tor, der die durch MET-(Gen-)Veränderungen aus­ge­lös­te onko­ge­ne MET-Rezep­tor-Signal­ket­te hem­men soll, sowie Bin­tra­fusp alfa, ein bifunk­tio­na­les Fusi­ons­pro­te­in, das gleich­zei­tig auf zwei immun­sup­pri­mie­ren­de Signal­we­ge abzie­len soll. Die im Febru­ar 2019 bekannt gege­be­ne Part­ner­schaft von Merck mit GSK zur gemein­sa­men Ent­wick­lung und Ver­mark­tung von Bin­tra­fusp alfa ist Teil des stra­te­gi­schen Ansat­zes des Unter­neh­mens im Bereich der onko­lo­gi­schen For­schung und Ent­wick­lung. Merck und GSK wol­len die­ses Mole­kül schnell und effi­zi­ent wei­ter­ent­wi­ckeln, da es poten­zi­ell einen Para­dig­men­wech­sel bei der Behand­lung von Krebs­er­kran­kun­gen dar­stel­len könn­te.

Merck ver­folgt bei sei­ner For­schung und Ent­wick­lung einen per­so­na­li­sier­ten Ansatz, bei dem die Prä­zi­si­ons­me­di­zin schon lan­ge eine Prio­ri­tät dar­stellt. Zu den auf der Asco­prä­sen­tier­ten Abs­trac­ts zäh­len auch For­schungs­pro­gram­me zu Bio­mar­kern, mit denen die Pati­en­ten iden­ti­fi­ziert wer­den sol­len, die am wahr­schein­lichs­ten von spe­zi­fi­schen The­ra­pi­en pro­fi­tie­ren wer­den, damit best­mög­li­che The­ra­pie­er­geb­nis­se bei den Pati­en­ten erzielt wer­den kön­nen.