Im Sudhaus können hohe Würzekonzentrationen dazu beitragen, den Energie- und Wasserbedarf im Brauprozess zu reduzieren. Mit steigender Konzentration der Würze verringert sich die Wassermenge, die erhitzt, gekühlt oder zusätzlich aufbereitet werden muss. Das senkt den Energie- und Wasserbedarf pro produzierter Biermenge und ermöglicht gleichzeitig kompaktere, kostengünstigere Anlagen. Bestehende Läutersysteme stoßen beim sogenannten High-Gravity-Brauen jedoch an technische und wirtschaftliche Grenzen. Mit dem Forschungsprojekt SUD-2030 verfolgt GEA deshalb einen Ansatz, der die Prozessschritte Mahlen, Maischen und Läutern nicht getrennt, sondern als zusammenhängendes System betrachtet.
„Die Leistung eines Sudhauses wird nicht allein durch den Läuterprozess bestimmt. Mahlen, Maischen und Läutern beeinflussen sich gegenseitig – und genau darin liegt der Hebel. Statt einzelne Schritte zu optimieren, entwickeln wir sie als ein zusammenhängendes System“, sagt Daniel Heller, Project Manager Research & Development. „So wollen wir Brauereien künftig mehr Spielraum bei Ressourceneinsatz und Anlagenkonzepten eröffnen.“
Der Läuterprozess prägt maßgeblich die Wirtschaftlichkeit eines Sudhauses: Er beeinflusst Produktionszeiten, Extraktausbeute, Würzequalität und Anlagenauslegung. SUD-2030 untersucht, wie sich die Voraussetzungen für den Läuterprozess bereits in den vorgelagerten Schritten Mahlen und Maischen gezielt verbessern lassen. Das Projekt soll neue Erkenntnisse für die Auslegung künftiger Sudhauskonzepte liefern und Potenziale für höhere Würzekonzentrationen bei gleichzeitig stabilen Prozessen erschließen.
Die Entwicklungsarbeiten reichen von Laboruntersuchungen über Versuche im Technikumsmaßstab bis zu einem Demonstrator unter industrienahen Bedingungen.
Das Projekt bündelt Kompetenzen aus Verfahrenstechnik, Anlagenentwicklung und Brautechnologie am Standort Kitzingen, wo das Unternehmen seit vielen Jahrzehnten Technologien für die internationale Brauindustrie entwickelt.
„Wir freuen uns sehr über die Förderung durch den Freistaat Bayern. Sie ermöglicht es uns, diesen anspruchsvollen Forschungsansatz systematisch vom Labor über das Technikum bis zu industrienahen Versuchen weiterzuentwickeln – und stärkt damit unsere Innovationsarbeit am Standort Kitzingen sowie die technologische Kompetenz des deutschen Anlagenbaus“, sagt Jens Neidhardt, Geschäftsführer GEA Liquid Technologies.
Für die wissenschaftliche Begleitung arbeitet das Unternehmen mit Forschungspartnern aus Bayern, unter anderem der Technischen Universität München, zusammen. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen schrittweise in industrielle Anwendungen übertragen und unter realitätsnahen Bedingungen validiert werden. Das Vorhaben wird von der Bayerischen Transformations- und Forschungsstiftung aus dem Transformationsfonds für bayerische Unternehmen im Umbruch gefördert.















