Einfacher Einstieg in Industrie 4.0

Eine Auf­rüs­tung auf Indus­trie 4.0 geht in der Regel mit dem Aus­tausch des Maschi­nen­parks eines Unter­neh­mens ein­her. Das Tes­ten eines Industrie-4.0-Szenarios war bis­her nicht ohne kos­ten­in­ten­si­ve Inves­ti­tio­nen mög­lich. An die­ser Stel­le setzt das Pro­jekt „Nicht-dis­rup­ti­ves Kit für die Eva­lua­ti­on von Indus­trie 4.0“ (NIKI 4.0) an. Am 1. Dezem­ber 2017 haben die For­schungs­part­ner des Pro­jekts – Hahn-Schickard, FZI For­schungs­zen­trum Infor­ma­tik und Hoch­schu­le Offen­burg – einen Open-Source-Pro­to­ty­pen auf der Git­Hub-Platt­form ver­öf­fent­licht.

Die Open-Source-Soft­ware bie­tet ins­be­son­de­re klei­nen und mit­tel­stän­di­schen Unter­neh­men (KMU) die Mög­lich­keit, ein Industrie-4.0-Umfeld zu tes­ten und indi­vi­du­ell zu eva­lu­ie­ren, ob das eige­ne Unter­neh­men in die Anschaf­fung Industrie-4.0-kompatibler Maschi­nen und Pro­duk­ti­ons­an­la­gen inves­tie­ren soll­te. Mit dem Soft­ware-Paket kön­nen Unter­neh­men im eige­nen Betrieb Vor­tei­le für die rea­le Pro­duk­ti­on abschät­zen. Dies erleich­tert es ihnen, die Anfor­de­run­gen an eine spä­te­re Migra­ti­on bestim­men zu kön­nen. Inno­va­tiv ist NIKI 4.0 vor allem auch des­halb, weil die eigent­li­chen Pro­duk­ti­ons­an­la­gen und Maschi­nen unver­än­dert blei­ben und die Fer­ti­gungs­pro­zes­se durch die zusätz­li­che Daten­er­fas­sung zunächst nicht beein­flusst wer­den. FZI-Vor­stand Prof. Dr. Andre­as Ober­weis erklärt: „Das Kit kann unmit­tel­bar in den Pro­duk­ti­ons­ab­lauf inte­griert wer­den. Weder ver­lang­samt es die­sen, noch unter­bricht es ihn. Pro­duk­ti­ons­aus­fäl­le oder Stö­run­gen müs­sen nicht in Kauf genom­men wer­den, dadurch kann ein erheb­li­cher Effi­zi­enz­ge­winn erzielt wer­den.“

Am 14. Novem­ber kamen die For­schungs­part­ner mit dem pro­jekt­be­glei­ten­den Aus­schuss zusam­men. Die­ser aus 16, größ­ten­teils baden-würt­tem­ber­gi­schen Mit­tel­stands­un­ter­neh­men bestehen­de Aus­schuss berät die For­schungs­ein­rich­tun­gen in allen Pha­sen des Pro­jek­tes und bringt Fall­bei­spie­le ein. Ande­ren inter­es­sier­ten Unter­neh­men bie­ten die drei For­schungs­part­ner zudem an, sie bei der Umset­zung von NIKI 4.0 zu bera­ten. NIKI 4.0 steht Anwen­dern seit dem 1. Dezem­ber auf der Git­Hub-Platt­form zur Ver­fü­gung.

Das Pro­jekt „Nicht-dis­rup­ti­ves Kit für die Eva­lua­ti­on von Indus­trie 4.0“ star­te­te am 1. Febru­ar 2016. Das von der Baden-Würt­tem­berg Stif­tung beauf­trag­te Pro­jekt hat eine Gesamt­lauf­zeit von 28 Mona­ten und endet am 31. Mai 2018.

Mehr Infor­ma­tio­nen zum Pro­jekt sind auf der Web­site ver­füg­bar.