Ob Glas­split­ter in Cham­pi­gnons, Rei­ni­gungs­mit­tel in der Wurst, feh­ler­haf­te Steu­er­ein­hei­ten oder Geträn­ke­be­häl­ter mit Plas­tik­ge­schmack, brü­chi­ges Leder und fle­cki­ge Stof­fe – Pro­du­zen­ten, Zulie­fe­rer und Händ­ler tra­gen stets ein hohes Haf­tungs­ri­si­ko. Eine Betriebs­haft­pflicht­ver­si­che­rung ist daher sinn­voll. Sie springt bei Per­so­nen- und Sach­schä­den durch feh­ler­haf­te Pro­duk­te ein. Wenn bei­spiels­wei­se Ver­brau­cher durch den Kon­sum ver­un­rei­nig­ter Lebens­mit­tel erkran­ken. „In Situa­tio­nen, in denen Schä­den durch die Wei­ter­ver­ar­bei­tung oder Aus- und Ein­bau­kos­ten ent­ste­hen, benö­ti­gen Unter­neh­men jedoch eine erwei­ter­te Pro­dukt-Haft­pflicht­ver­si­che­rung“, erklärt Micha­el Sta­schik, Exper­te für betrieb­li­che Haft­pflicht­ver­si­che­run­gen bei der Nürn­ber­ger.

Ein Pro­du­zent von Steu­er­ele­men­ten lie­fert die­se mit einem Kon­struk­ti­ons­feh­ler aus. Nach­dem die­se von einem mit­tel­stän­di­schen Anla­gen­bau­er ver­baut wur­den, stellt sich her­aus, dass die Steu­er­ein­hei­ten feh­ler­haft sind und aus­ge­tauscht wer­den müs­sen - die kom­plet­te Char­ge muss aus­ge­baut und neue Steu­er­ele­men­te ein­ge­baut wer­den. Wer bezahlt in sol­chen Fäl­len den Scha­den? Grund­sätz­lich gilt: Nach dem Pro­dukt­haf­tungs­ge­setz (ProdHG) haf­tet jeder Her­stel­ler und Händ­ler für ein feh­ler­haf­tes Pro­dukt, das er in Ver­kehr gebracht und das einem Drit­ten Scha­den zuge­fügt hat – auch ohne eige­nes Ver­schul­den. „Gera­de wenn gro­ße Stück­zah­len zurück­ge­ru­fen oder ver­nich­tet wer­den müs­sen, kann dies sogar für mit­tel­stän­di­sche Betrie­be ernst­haf­te Ver­lus­te bedeu­ten. Klei­ne Betrie­be bringt eine sol­che Situa­ti­on schnell in eine bedroh­li­che Schief­la­ge“, weiß Ver­si­che­rungs­ex­per­te Micha­el Sta­schik von der Nürn­ber­ger. Ein pas­sen­der Ver­si­che­rungs­schutz ist daher für pro­du­zie­ren­de Unter­neh­men wie für Händ­ler uner­läss­lich. Doch wel­che Ver­si­che­rung eig­net sich für das jewei­li­ge Unter­neh­men?

Kon­ven­tio­nel­les Pro­dukt­ri­si­ko
Von der klei­nen Schrei­ne­rei über mit­tel­stän­di­sche Nah­rungs­mit­tel­her­stel­ler bis hin zu Groß­händ­lern – kein pro­du­zie­ren­der Betrieb oder Händ­ler soll­te auf eine Betriebs­haft­pflicht­ver­si­che­rung ver­zich­ten. Sie tritt ein, wenn es durch ein von ihm her­ge­stell­tes Pro­dukt zu einem Per­so­nen- oder Sach­scha­den kommt. „Ein abso­lu­tes Must Have“, meint Sta­schik. Denn: „Wer ande­ren Scha­den zufügt, ist gesetz­lich zum Scha­den­er­satz ver­pflich­tet, und zwar bis zu 85 Mil­lio­nen Euro.“ Wich­tig: Die Ver­si­che­rungs­sum­me soll­te aus­rei­chend hoch sein. Als Mini­mum gel­ten drei Mil­lio­nen Euro für Per­so­nen- und Sach­schä­den. Die Betriebs­haft­pflicht zahlt bei­spiels­wei­se Behand­lungs­kos­ten und Schmer­zens­geld, wenn der End­ver­brau­cher durch ein ver­un­rei­nig­tes Pro­dukt an Sal­mo­nel­len erkrankt oder durch einen unsach­ge­mäß instal­lier­ten Ein­bau­schrank ver­letzt wird. Dar­über hin­aus leis­ten moder­ne Betriebs­haft­pflicht­ver­si­che­run­gen auch beim Feh­len zuge­si­cher­ter Eigen­schaf­ten - wenn also Kunst­stoff­be­häl­ter nicht die zuge­si­cher­te Eigen­schaft „geschmacks­neu­tral“ besit­zen und folg­lich den Rot­wein einer Win­zer­ge­nos­sen­schaft ver­der­ben. Die Haf­tung für schä­di­gen­de Pro­duk­te kann jedoch deut­lich über den Ver­si­che­rungs­um­fang einer kon­ven­tio­nel­len Betriebs­haft­pflicht­ver­si­che­rung hin­aus­ge­hen.

Erwei­ter­te Pro­dukt­haft­pflicht
So sind rei­ne Ver­mö­gens­schä­den nicht über die kon­ven­tio­nel­le Pro­dukt­haft­pflicht­ver­si­che­rung ver­si­chert. „Die­ses Scha­den­ri­si­ko betrifft haupt­säch­lich Unter­neh­men, die nicht an End­kun­den lie­fern, son­dern als Zulie­fe­rer für ande­re Betrie­be pro­du­zie­ren“, erläu­tert der Exper­te für Haft­pflicht­ver­si­che­run­gen. Von beson­de­rer Bedeu­tung sind hier Ver­mö­gens­schä­den, die dadurch ent­ste­hen, dass Pro­duk­te im Rah­men der gewerb­li­chen oder indus­tri­el­len Wei­ter­ver­ar­bei­tung in ande­re (Gesamt-)Produkte Drit­ter ein­ge­baut oder ein­ge­fügt wer­den und im Fal­le ihrer Man­gel­haf­tig­keit gegen man­gel­freie aus­ge­tauscht wer­den müs­sen. Wenn also die zuge­lie­fer­ten Steu­er­ele­men­te wegen eines Kon­struk­ti­ons­feh­lers man­gel­haft sind, haf­tet der Zulie­fe­rer – ver­schul­dens­un­ab­hän­gig und unbe­grenzt. Er muss die Kos­ten für den Aus- und Ein­bau tra­gen. Sol­che Ver­mö­gens­schä­den kön­nen Unter­neh­men mit einer erwei­ter­ten Pro­dukt­haft­pflicht­ver­si­che­rung abde­cken.

Maß­ge­schnei­der­ter Schutz
Denn durch die Aus­lie­fe­rung man­gel­haf­ter Pro­duk­te kön­nen in wei­ter­ver­ar­bei­ten­den Betrie­ben immense Kos­ten ent­ste­hen. Gewinn­aus­fäl­le durch unver­käuf­li­che Pro­duk­te, Kos­ten für Ver­nich­tung oder Rück­ruf ver­un­rei­nig­ter Lebens­mit­tel – je nach Betriebs­grö­ße, Pro­dukt­art und Stück­zah­len kön­nen sol­che Schä­den schnell in die Hun­dert­tau­sen­de gehen und auch ein finan­zi­ell gesun­des Unter­neh­men bedro­hen. „Um den Betrieb bedarfs­ge­recht zu ver­si­chern, soll­te der Ver­si­che­rungs­schutz daher auch mög­lichst auf die bran­chen­spe­zi­fi­schen Beson­der­hei­ten abge­stimmt wer­den“, rät Micha­el Sta­schik. Im Rah­men des Nürn­ber­ger Pro­fiLi­ne Unter­neh­mens­schutz kann die kon­ven­tio­nel­le Betriebs­haft­pflicht­ver­si­che­rung um eine spe­zi­el­le Pro­dukt-Haft­pflicht­ver­si­che­rung ergänzt wer­den. Die Haft­pflicht über­nimmt die Kos­ten für Schä­den durch Ver­bin­dung, Ver­mi­schung oder Ver­ar­bei­tung, durch Wei­ter­be- und ver­ar­bei­tung, für Aus- und Ein­bau­kos­ten und deckt auch Ver­mö­gens­scha­den durch feh­ler­haf­te Maschi­nen sowie Prüf- und Sor­tier­kos­ten ab.