Ein inter­na­tio­nal ope­rie­ren­des Phar­ma­un­ter­neh­men extra­hiert Phos­pho­li­pi­de aus Eigelb und berei­tet das wei­te­re Pro­dukt als Zusatz­stoff für Tier­nah­rung auf. Mit Tech­no­lo­gie­lö­sun­gen von BHS-Sont­ho­fen und AVA opti­mier­te das Unter­neh­men die Pro­zes­se: Dabei kom­men ein kon­ti­nu­ier­li­cher Band­fil­ter von BHS und ein hori­zon­ta­ler Kon­ti­trock­ner von AVA zum Ein­satz, bei­de Sys­te­me sind Atex-kon­form und nach GMP aus­ge­legt. AVA gehört seit April 2018 zur BHS-Grup­pe – die Pro­dukt­port­fo­li­os der Unter­neh­men ergän­zen sich opti­mal.

Eigelb ist eine gut geeig­ne­te Quel­le von Phos­pho­li­pi­den. Der Anwen­der sus­pen­diert es dazu in Etha­nol. Die­se Sus­pen­si­on wird fil­triert und mehr­fach nach­ge­wa­schen. Die so gewon­ne­nen Phos­pho­li­pi­de wer­den bei­spiels­wei­se in der che­mi­schen Indus­trie als Emul­ga­tor oder in Säug­lings­nah­rung ein­ge­setzt. Der bei der Fil­tra­ti­on anfal­len­de Fil­terku­chen wird zu Tier­nah­rung wei­ter­ver­ar­bei­tet.

Bis­her wur­de das Eigelb­pul­ver in ver­schie­de­nen, nach­ein­an­der geschal­te­ten Behäl­tern resus­pen­diert und mit­tels Ver­dün­nungs­wä­sche aus­ge­wa­schen. Der Anwen­der ersetz­te die­ses auf­wen­di­ge Batch-Ver­fah­ren durch einen kon­ti­nu­ier­li­chen Pro­zess. Dazu ana­ly­sier­te BHS-Sont­ho­fen die bestehen­den Pro­zes­se und tes­te­te Alter­na­ti­ven im Labor. Letzt­lich emp­fahl BHS den Ein­satz eines Band­fil­ters als best­ge­eig­ne­te Lösung.

Bandfilter erhöht Ertrag an Phospholipiden

BHS-Sonthofen installierte bei einem internationalen Pharmaunternehmen einen kontinuierlich arbeitenden Taktbandfilter BF für die Extraktion von Phospholipiden. Bild: BHS-Sonthofen

BHS-Sont­ho­fen instal­lier­te bei einem inter­na­tio­na­len Phar­ma­un­ter­neh­men einen kon­ti­nu­ier­lich arbei­ten­den Takt­band­fil­ter BF für die Extrak­ti­on von Phos­pho­li­pi­den. (Bild: BHS-Sont­ho­fen)

Der ver­wen­de­te Takt­band­fil­ter ist ein kon­ti­nu­ier­lich arbei­ten­der, hori­zon­ta­ler Vakuum­fil­ter, mit dem sedi­men­tie­ren­de Fest­stof­fe sicher und zugleich scho­nend abge­trennt wer­den. Beim Anwen­der wur­de ein mit Vaku­um­pum­pe betrie­be­ner Band­fil­ter vom Typ BF 050–045 B instal­liert. Die Sus­pen­si­on aus Eigelb­pul­ver und Etha­nol wird hier kon­ti­nu­ier­lich auf­ge­ge­ben. Das Fil­ter­me­di­um ist ein umlau­fen­des Band, das takt­wei­se bewegt wird. Nach jedem Takt­still­stand wer­den die Fil­tra­te indi­vi­du­ell für jede Zone abge­saugt. Die Extrak­ti­on der Phos­pho­li­pi­de ist ein rela­tiv schnell funk­tio­nie­ren­der Pro­zess, so dass auch mit einer kur­zen Ein­wirk­zeit eine sehr hohe Aus­beu­te erzielt wer­den kann. Mit der hier ein­ge­setz­ten, mehr­stu­fi­gen par­al­le­len Kuchen­wä­sche konn­te eine hoch­ef­fi­zi­en­te Ver­drän­gungs­wä­sche rea­li­siert wer­den.

Im Fil­trat lie­gen nun die Phos­pho­li­pi­de vor. „Der kon­ti­nu­ier­li­che Pro­zess erhöh­te die Aus­beu­te an Phos­pho­li­pi­den um meh­re­re Pro­zent“, kom­men­tiert Det­lef Steidl, Seni­or Direc­tor of Sales Fil­tra­ti­ons­tech­nik bei BHS-Sont­ho­fen. Auch die Effi­zi­enz des Wasch­ver­fah­rens wur­de gestei­gert: Der gelie­fer­te Fil­ter ist mit drei Düsen­wä­schen auf dem Fil­ter aus­ge­stat­tet. „Im Ver­gleich zum vor­he­ri­gen Ver­fah­ren mit meh­re­ren Behäl­tern erfor­dert die Wäsche des Eigelbs im Band­fil­ter deut­lich weni­ger Wasch­mit­tel und Ener­gie“, so Steidl wei­ter. Der Fil­ter läuft zur vol­len Zufrie­den­heit des Kun­den und wur­de inzwi­schen auch für die Pro­duk­ti­on von phar­ma­zeu­ti­schen Sub­stan­zen vali­diert.

Eigelbpulver: zehn Prozent Restfeuchte

Der Anwen­der trock­net den Fil­terku­chen zu Eigelb­pul­ver mit einer Rest­feuch­te von zehn Pro­zent. AVA ent­wi­ckel­te hier­zu das pas­sen­de, kon­ti­nu­ier­li­che Trock­nungs­ver­fah­ren und lie­fer­te einen 1.700 Liter fas­sen­den Kon­ti­trock­ner HTK-T. Das Eigelb­pul­ver wird mit einer Feuch­te von 60 bis 65 Pro­zent vom Band­fil­ter zum Trock­ner beför­dert. Die opti­mier­te Über­ga­be­feuch­te im inte­grier­ten Fil­tra­ti­ons-und Trock­nungs­sys­tem ermög­licht maxi­ma­le Effi­zi­enz hin­sicht­lich Ener­gie­ver­brauch, Pro­zess­dau­er und Maschi­nen­grö­ßen. Der Trock­ner arbei­tet mit einer Durch­satz­leis­tung von 485 kg/h.

Der ein­ge­brach­te Fil­terku­chen gelangt in direk­ten Kon­takt mit der Wel­le und dem Dop­pel­man­tel des hori­zon­ta­len Trock­ners. Sowohl die Wel­le als auch der Dop­pel­man­tel wer­den mit Dampf beheizt. Der Dop­pel­man­tel ist dabei in zwei Heiz­zo­nen unter­teilt, um das Pro­dukt scho­nend zu erwär­men. Die Ziel­tem­pe­ra­tur liegt zwi­schen 70 und 80 Grad. Etha­nol ver­dampft und wird über einen Brü­den­fil­ter zum Kon­den­sa­ti­ons­sys­tem gelei­tet. Dort wird das Etha­nol gesam­melt, um es für den Pro­zess erneut zu ver­wen­den.

Das rotie­ren­de Misch­werk för­dert das Eigelb­pul­ver kon­ti­nu­ier­lich durch den Trock­ner, um es mit weni­ger Rest­feuch­te als die vom Kun­den gefor­der­ten 10 Pro­zent aus­zu­tra­gen“, erklärt Mar­tin Specht, Sales Mana­ger bei AVA. „Die Schau­feln sind so ange­ord­net, dass es zu einer homo­ge­nen Durch­mi­schung kommt und kei­ne Toträu­me ent­ste­hen.“ Das getrock­ne­te Pro­dukt wird schließ­lich über ein manu­ell ein­stell­ba­res Wehr in einen Schacht aus­ge­tra­gen. Dort wird das Pul­ver zer­klei­nert und dann pneu­ma­tisch in eine Dop­pel-Kühl­schne­cke beför­dert, wo es auf 25 Grad abge­kühlt wird. Das Pro­dukt wird schließ­lich für die wei­te­re Ver­ar­bei­tung in Schütt­gut­be­häl­ter abge­füllt und als nähr­stoff­rei­che Basis­kom­po­nen­te in der Tier­fut­ter­in­dus­trie ver­trie­ben.