Biosimilars: Große Chance für das Gesundheitssystem

83 Pro­zent der Deut­schen sehen in Bio­si­mi­lars eine Chan­ce für das Gesund­heits­sys­tem: Sie erwar­ten gerin­ge­re Arz­nei­mit­tel­kos­ten und einen brei­te­ren Ein­satz von inno­va­ti­ven The­ra­pi­en.

Bei der The­ra­pie­ent­schei­dung – ob Ori­gi­nal­prä­pa­rat oder Bio­si­mi­lar – sind acht von zehn Deut­schen jedoch über­for­dert und ver­trau­en ihrem Arzt. Das sind Ergeb­nis­se einer Umfra­ge des Bio­tech­no­lo­gie­un­ter­neh­mens Amgen, in der 1.000 Deut­sche reprä­sen­ta­tiv zu Prä­ven­ti­on und inno­va­ti­ven The­ra­pi­en befragt wur­den.

Bio­si­mi­lars sind bio­lo­gisch her­ge­stell­te Arz­nei­mit­tel, die dem Ori­gi­nal­prä­pa­rat ähneln und nach Ablauf des Patent­schut­zes des Ori­gi­nals ent­wi­ckelt wer­den dür­fen. Sie sind hin­sicht­lich ihrer Wir­kung und Ver­träg­lich­keit gleich­wer­tig mit den ent­spre­chen­den Ori­gi­nal­pro­duk­ten. 34 Bio­si­mi­lars sind heu­te in Euro­pa zuge­las­sen.

Allein im Jahr 2017 kamen zehn neue bio­tech­no­lo­gi­sche Nach­ah­mer­pro­duk­te hin­zu, so die Zah­len des vfa bio, der Inter­es­sen­grup­pe Bio­tech­no­lo­gie im Ver­band der for­schen­den Phar­ma-Unter­neh­men.

Skep­sis bei Ver­brau­chern: Auf­klä­rung zu Bio­phar­ma­zeu­ti­ka not­wen­dig Obwohl die Teil­neh­mer der Amgen-Umfra­ge in Bio­si­mi­lars ein gro­ßes Poten­zi­al erken­nen, über­wiegt die Skep­sis: Mehr Neben­wir­kun­gen und eine gerin­ge­re Ver­träg­lich­keit bei Bio­si­mi­lars befürch­ten fast 40 Pro­zent der Befrag­ten. Mehr als die Hälf­te der Deut­schen — 61 Pro­zent — bevor­zugt das Ori­gi­nal­prä­pa­rat. Oft­mals (63 Pro­zent) wer­den Nach­ah­mer­pro­duk­te als ver­trau­ens­wür­di­ger bewer­tet, wenn das Phar­ma­un­ter­neh­men auch Ori­gi­nal­prä­pa­ra­te her­stellt. „Die Umfra­ge zeigt einen gro­ßen Infor­ma­ti­ons­be­darf bei Ver­brau­chern auf“, sagt Dr.

Roman Stampf­li, Geschäfts­füh­rer der Amgen GmbH. „Sie sind offen gegen­über inno­va­ti­ven The­ra­pie­mög­lich­kei­ten, aber es feh­len ihnen die Kennt­nis­se zu Bio­phar­ma­zeu­ti­ka — sowohl zu Ori­gi­nal­prä­pa­ra­ten als auch zu Bio­si­mi­lars. Mit unse­ren Web­site-Ange­bo­ten wie www.biosimilars.de wol­len wir umfang­rei­ches Wis­sen für bio­lo­gisch her­ge­stell­te Arz­nei­mit­tel ver­mit­teln und die Akzep­tanz stei­gern.“

The­ra­pie­ent­schei­dung: Arzt ist der zen­tra­le Rat­ge­ber Grund­sätz­lich sind die Deut­schen gegen­über medi­zi­ni­schen Inno­va­tio­nen auf­ge­schlos­sen. Jeder Zwei­te zieht bei einer schwe­ren Krank­heit inno­va­ti­ve Arz­nei­mit­tel alt­be­währ­ten Medi­ka­men­ten vor. Aber auch bei leich­ten Erkran­kun­gen set­zen vie­le (36 Pro­zent) auf neue The­ra­pie­an­sät­ze. Hier ist der Arzt als wich­ti­ger Bera­ter gefragt:

Mehr als jeder zwei­te Deut­sche möch­te von sei­nem Arzt umfas­send über unter­schied­li­che The­ra­pie­mög­lich­kei­ten infor­miert wer­den, die Wahl der rich­ti­gen The­ra­pie aber selbst über­neh­men. Nur 36 Pro­zent über­las­sen die­se Wahl ihrem Arzt. „Die Ent­schei­dung, ob der Pati­ent das Bio­si­mi­lar oder das Ori­gi­nal­prä­pa­rat erhält, liegt selbst­ver­ständ­lich beim Arzt. Denn er allein ist der Exper­te für die The­ra­pie­ent­schei­dung“, stellt der Amgen-Geschäfts­füh­rer klar.

Zur Studie

Für die Stu­die „Ein­stel­lun­gen zu Prä­ven­ti­on und neu­en The­ra­pie­an­sät­zen“ wur­den 1.000 Deut­sche im Auf­trag des Bio­tech­no­lo­gie-Unter­neh­mens Amgen reprä­sen­ta­tiv zu Prä­ven­ti­on und neu­en The­ra­pie­mög­lich­kei­ten, zu For­schung und medi­zi­ni­schem Fort­schritt befragt. Die Befra­gung führ­te das Markt­for­schungs­in­sti­tut Tolu­na im August 2018 online durch.