Merck hat den Abschluss einer Lizenz­ver­ein­ba­rung mit Cycli­ca bezüg­lich der Nut­zung des­sen cloud­ba­sier­ten in-sili­co-Platt­form Ligand Express für das Pro­teom-Scree­ning bekannt gege­ben. Ligand Express ist eine struk­tur­ba­sier­te und um künst­li­che Intel­li­genz (KI) erwei­ter­te Platt­form für das Pro­teom-Scree­ning. Sie wird zur Iden­ti­fi­zie­rung neu­ar­ti­ger Ziel­struk­tu­ren (Tar­gets) ein­ge­setzt, die so model­liert wer­den, dass sie mit nie­der­mo­le­ku­la­ren Ver­bin­dun­gen inter­agie­ren. Im Rah­men die­ser ein­jäh­ri­gen Lizenz­ver­ein­ba­rung wird Merck schnell und effi­zi­ent Wirk­me­cha­nis­men näher beleuch­ten, Sicher­heits­pro­fi­le aus­wer­ten und zusätz­li­che Anwen­dun­gen für eine Rei­he sei­ner klei­nen Mole­kü­le aus der For­schung und Ent­wick­lung unter­su­chen kön­nen, dar­un­ter Sub­stan­zen, die in hoch­gra­dig krank­heits­spe­zi­fi­schen phä­no­ty­pi­schen Screens iden­ti­fi­ziert wur­den.

Wis­sen­schaft­li­che Neu­gier ist das Herz­stück unse­rer Arbeit. Die Suche nach hoch­mo­der­nen For­schungs­me­tho­den und ‑tech­no­lo­gi­en ist daher essen­ti­ell, um unse­re eige­ne Wirk­stoff­for­schung zu ergän­zen. Künst­li­che Intel­li­genz hat die Macht, bis­lang Unvor­stell­ba­res Wirk­lich­keit wer­den zu las­sen. Wir wol­len die­se neu­en Mög­lich­kei­ten unbe­dingt nut­zen, um Ent­de­ckun­gen vor­an­zu­trei­ben, die das Leben von Pati­en­ten mit schwer the­ra­pier­ba­ren Erkran­kun­gen ent­schei­dend ver­än­dern kön­nen.“

Belén Gari­jo, Mit­glied der Geschäfts­lei­tung und CEO Health­ca­re bei Merck

Im Rah­men unse­rer F&E‑Strategie kon­zen­trie­ren wir uns ver­stärkt dar­auf, viel­ver­spre­chen­de Wirk­stoff­kan­di­da­ten so effi­zi­ent und schnell wie mög­lich wei­ter­zu­ent­wi­ckeln“, ergänz­te Fried­rich Ripp­mann, Lei­ter Com­pu­ta­tio­nal Che­mi­stry & Bio­lo­gy bei Merck. „Die Bewer­tung neu­er Tech­no­lo­gi­en ist ein zen­tra­ler Aspekt für die Art und Wei­se, wie wir unse­re Wirk­stoff­fin­dungs­pro­gram­me vor­an­brin­gen. KI-gestütz­te Anwen­dun­gen wie Ligand Express wer­den wich­ti­ge Ein­bli­cke lie­fern und damit neue Ansät­ze für die Tar­get-Iden­ti­fi­zie­rung för­dern und grund­sätz­lich phä­no­ty­pi­sches Scree­ning und Off-tar­get-Pro­filing unter­stüt­zen.”

Expe­ri­men­tel­le Metho­den für das Pro­te­in-Scree­ning benö­ti­gen der­zeit bis zu einem Jahr. Es ist daher qua­si unmög­lich, auf die­se Wei­se meh­re­re Ver­bin­dun­gen zu unter­su­chen. Wir sehen in die­sem Bereich die geziel­te Mög­lich­keit, cloud­ba­sier­te und um maschi­nel­les Ler­nen erwei­ter­te Tech­no­lo­gi­en ein­zu­set­zen, um die Wirk­stoff­for­schung effi­zi­en­ter vor­an­zu­trei­ben“, kom­men­tier­te Naheed Kur­ji, Pre­si­dent und CEO von Cycli­ca. „Es freut uns sehr, dass Merck sich die Leis­tungs­fä­hig­keit unse­rer Ligand Express-Platt­form zu Nut­ze machen will, um die Iden­ti­fi­zie­rung neu­ar­ti­ger Tar­gets zu för­dern.”

Die kon­ven­tio­nel­le Ent­wick­lung von The­ra­pi­en auf Basis nie­der­mo­le­ku­la­rer Wirk­stof­fe kon­zen­triert sich auf bestimm­te, krank­heits­as­so­zi­ier­te Pro­te­in-Tar­gets. Mit dem Ein­tritt in den Kör­per geht ein Wirk­stoff jedoch Dut­zen­de, wenn nicht gar Hun­der­te von Wech­sel­wir­kun­gen mit Pro­te­inen ein, bevor er wie­der aus dem Kör­per aus­ge­schie­den wird. Mit Ligand Express ist es mög­lich, eine ein­zig­ar­ti­ge Rund­u­man­sicht des Pro­teoms für ein bestimm­tes klei­nes Mole­kül dar­zu­stel­len. Da die Tech­no­lo­gie model­lie­ren kann, auf wel­che Wei­se eine nie­der­mo­le­ku­la­re Ver­bin­dung mit allen Pro­te­inen (mit bekann­ter Struk­tur) inter­agie­ren wird, kann sie zur Iden­ti­fi­zie­rung sowohl von soge­nann­ten „On-Tar­gets“ (Wech­sel­wir­kun­gen, die bei einer bestimm­ten Krank­heit einen erwünsch­ten Effekt erzie­len) als auch „Off-Tar­gets“ (Wech­sel­wir­kun­gen, die Neben­wir­kun­gen ver­ur­sa­chen kön­nen) bei­tra­gen.

Das Unter­neh­men ver­folgt ent­schlos­sen die Nut­zung inno­va­ti­ver Tech­no­lo­gi­en, um für Pati­en­ten ent­schei­den­de Fort­schrit­te zu erzie­len. Dazu zäh­len auch Tech­no­lo­gi­en, die von Part­nern ent­wi­ckelt wur­den, die eine ähn­li­che Lei­den­schaft für die Ent­de­ckung und die För­de­rung mensch­li­chen Fort­schrit­tes haben.