Die 26. Ana­ly­ti­ca ist auf über­wäl­ti­gen­des Inter­es­se gesto­ßen. In den ver­gan­ge­nen vier Tagen kamen rund 35.800 Besu­cher aus aller Welt zur Leis­tungs­schau der Bran­che auf das Münch­ner Mes­se­ge­län­de. Sie alle woll­ten wis­sen: Wohin ent­wi­ckelt sich die Labor­bran­che? Auf der Inter­na­tio­na­len Leit­mes­se für Labor­tech­nik, Ana­ly­tik und Bio­tech­no­lo­gie gaben 1.164 Aus­stel­ler aus 49 Län­dern ein­drucks­vol­le Ant­wor­ten auf die­se Fra­ge.

Dem strah­len­den Son­nen­schein drau­ßen ent­sprach die gute Stim­mung in den Mes­se­hal­len. Die zahl­rei­chen Fach­be­su­cher, fast 40 Pro­zent davon aus dem Aus­land, sorg­ten für vol­le Hal­len und schraub­ten die Besu­cher­zahl auf einen Rekord­wert. Dr. Rein­hard Pfeif­fer, Stell­ver­tre­ten­der Vor­sit­zen­der der Geschäfts­füh­rung bei der Mes­se Mün­chen, zog auch ein aus­ge­spro­chen posi­ti­ves Fazit: „Vor genau 50 Jah­ren wur­de die Ana­ly­ti­ca ins Leben geru­fen. Sie hat sich bis heu­te zum welt­weit größ­ten und bedeu­tends­ten Treff­punkt für die Labor­bran­che ent­wi­ckelt – nir­gend­wo sonst wird das Labor so umfang­reich abge­bil­det wie auf der Ana­ly­ti­ca. Die­sen Ein­druck konn­te jeder gewin­nen, der sich sei­nen Weg durch die fünf Mes­se­hal­len bahnte.“Siegbert Hol­ter­mül­ler, Fach­bei­rats­vor­sit­zen­der der Ana­ly­ti­ca und Regio­nal Divi­si­on Mana­ger von Olym­pus Deutsch­land, sieht die­se Ent­wick­lung auch und betont die Viel­falt an The­men und Besu­chern auf der Ana­ly­ti­ca: „Wir hat­ten noch­mal mehr Besu­cher am Stand als zur Ana­ly­ti­ca 2016, und das aus ganz ver­schie­de­nen Indus­tri­en. Digi­ta­li­sie­rung und Auto­ma­ti­sie­rung gewin­nen natür­lich wei­ter­hin an Bedeu­tung, die Besu­cher suchen aber natür­lich nach wie vor auch indi­vi­du­el­le Lösun­gen für Her­aus­for­de­run­gen in der Ana­ly­tik und Dia­gno­se.“

Susan­ne Grödl, Pro­jekt­lei­te­rin der Ana­ly­ti­ca, ergänzt: „Das gro­ße Inter­es­se an unse­rem Pro­gramm zum Labor 4.0 zeigt, dass die Digi­ta­li­sie­rung im Labor end­gül­tig ange­kom­men ist. 2020 wer­den wir auf die­ses The­ma einen noch grö­ße­ren Fokus legen.“

Die Analytica 2018 in Zahlen

Die stärks­ten Besu­cher­zu­wäch­se gab es aus Chi­na, Öster­reich, Korea, Russ­land und Japan. Die Top-Besu­cher­län­der waren neben Deutsch­land (in die­ser Rei­hen­fol­ge): Öster­reich, Schweiz, Ita­li­en, Chi­na, Groß­bri­tan­ni­en und die USA.

Die Zufrie­den­heit unter den Besu­chern ist laut Umfra­ge des Gels­zus-Mes­se-Markt­for­schungs­in­sti­tu­tes sehr hoch: 99 Pro­zent bewer­ten die Ver­an­stal­tung mit aus­ge­zeich­net bis gut.

Jeder zwei­te Aus­stel­ler der Ana­ly­ti­ca 2018 kam aus dem Aus­land. Die­se Zahl unter­mau­ert die Syn­er­gie­ef­fek­te in Rich­tung Mün­chen, die von unse­ren Aus­lands­mes­sen aus­ge­hen. Für inter­na­tio­na­le Her­stel­ler, die am euro­päi­schen Markt inter­es­siert sind, ist Mün­chen eine ‚Muss‘-Veranstaltung“, betont Clau­dia Sixl, Pro­jekt­grup­pen­lei­te­rin des Ana­ly­ti­ca-Netz­werks bei der Mes­se Mün­chen.

Die­ser hohe Zuspruch ist auch ein Zei­chen dafür, dass es der Bran­che gut geht. Neue Ent­wick­lun­gen im Gesund­heits­sek­tor sor­gen für Wachs­tum im IVD-Markt. 2017 mel­de­te die Fach­ab­tei­lung Life Sci­ence Rese­arch im VDGH bei­spiels­wei­se in der Labor­dia­gnos­tik ein Plus von 1,4 Pro­zent.

Das­sel­be gilt für die Analysen‑, Bio- und Labor­tech­nik. „Wir haben ein her­vor­ra­gen­des Jahr 2017 mit einem Gesamt­wachs­tum von elf Pro­zent hin­ter uns,“ erklär­te Mathis Kuche­j­da, Vor­sit­zen­der des SPEC­TA­RIS-Fach­ver­ban­des Analysen‑, Bio- und Labor­tech­nik. Eine der zen­tra­len Her­aus­for­de­run­gen bei der Digi­ta­li­sie­rung im Labor ist aus sei­ner Sicht „die ein­heit­li­che Gerä­te-Schnitt­stel­le, ver­bun­den mit den Über­le­gun­gen, wel­che Daten über­haupt über­ge­ben wer­den sol­len und wie die Daten­si­cher­heit gewähr­leis­tet wer­den kann.“

Vielfältiges Rahmenprogramm mit zusätzlichem Publikumsmagnet

Prak­tisch erprobt wur­de das The­ma Digi­ta­le Schnitt­stel­le im neu­en Forum Digi­tal Trans­for­ma­ti­on in Hal­le B2, etwa im Pra­xis­vor­trag „Labor 4.0 – wie gelingt die digi­ta­le Ver­net­zung von Labo­ren mit Auf­trag­ge­bern?“

Auch Pro­dukt­prä­sen­ta­tio­nen waren ein fes­ter Bestand­teil des Pro­gramms im Forum: Eppen­dorf, Mett­ler Tole­do, Ther­mo Fisher und die Mit­glie­der von Nexy­gen prä­sen­tier­ten smar­te Zukunfts­lö­sun­gen. Joe Arte­a­ga, Direc­tor Con­nec­tivi­ty – Labo­ra­to­ry Equip­ment Tech­no­lo­gies bei Ther­mo Fisher, zeig­te bei­spiels­wei­se, wie Ver­net­zung von Gerä­ten dazu bei­trägt, Work­flows effi­zi­en­ter zu gestal­ten und For­schung vor­an­zu­trei­ben.

Die Besu­cher zeig­ten gro­ßes Inter­es­se an den ein­zel­nen Pro­gramm­punk­ten, freie Sitz­plät­ze waren eine Rari­tät. Bereits die Pre­mie­re des Forum Digi­tal Trans­for­ma­ti­on war somit ein vol­ler Erfolg.

Digi­ta­li­sie­rung stand aber nicht nur dort auf der Tages­ord­nung: Die Fach­be­su­cher konn­ten sich bei ins­ge­samt 59 Bei­trä­gen im Rah­men­pro­gramm ein so umfang­rei­ches Bild von der Digi­ta­li­sie­rung machen, wie auf kei­ner ande­ren Labor­mes­se welt­weit. Die Ana­ly­ti­ca Con­fe­rence nahm dar­auf eben­so Bezug wie der Fokus­tag Per­so­na­li­sier­te Medi­zin, wo schon bei der Auf­takt­dis­kus­si­on mit Dr. Fried­rich von Boh­len und Hal­bach, Mana­ging Direc­tor und Mit­grün­der die­vi­ni Hopp Bio­Tech hol­ding, am Frei­tag­mor­gen ein enor­mes Besu­cher­inter­es­se vor­han­den war. Die­ses Inter­es­se zog sich durch bis zum letz­ten Dis­kus­si­ons­pa­nel der Ver­an­stal­tung: „One in a mil­li­on – your data will be king“.

Karin Hof­e­lich, Ver­lags­lei­tung Life Sci­en­ces bei Going­Pu­blic Media, Orga­ni­sa­tor des Finan­ce Day und des Fokus­tag Per­so­na­li­sier­te Medi­zin, blick­te auf zwei Tage vol­ler posi­ti­ver Ein­drü­cke zurück: „Der Finan­ce Day und der Fokus­tag Per­so­na­li­sier­te Medi­zin auf der Ana­ly­ti­ca brin­gen Kapi­tal­markt und Lebens­wis­sen­schaf­ten zusam­men. In die­sem Jahr zog die Panel­dis­kus­si­on ‚Aktu­el­le Finan­zie­rungs­trends in der Bio­tech­no­lo­gie‘, mit dem Fokus Crowd­in­ves­ting beson­ders vie­le Zuhö­rer an. Die Stim­mung bei bei­den Ver­an­stal­tun­gen war sehr gut und wir freu­en uns auf die nächs­te Ana­ly­ti­ca.“

Auf den bei­den Live Labs Lebens­mit­tel­ana­ly­tik und Mate­ri­al­ana­ly­tik konn­ten die Fach­be­su­cher mit­ten im Mes­se­ge­sche­hen – qua­si im Vor­bei­ge­hen – wei­te­re gro­ße The­men der Bran­che haut­nah erle­ben: Von der Gly­pho­satana­ly­se bei Toma­ten bis hin zur Kurz- oder Lang­zeit-Bewit­te­rung ver­schie­de­ner Mate­ria­li­en. Ent­spre­chend hoch war auch hier der Zuspruch der Besu­cher. Wis­sens­trans­fer auf hohem Niveau garan­tier­ten auch das Forum Labo­ra­to­ry & Ana­ly­sis und das Forum Bio­tech. Begeis­tert zeig­ten sich die Besu­cher ein­mal mehr von der Son­der­schau Arbeits­schutz und Arbeits­si­cher­heit mit rea­len Sze­na­ri­en zu den Gefah­ren im Labor – inklu­si­ve lau­ter „Knal­le“ als Fol­ge che­mi­scher Reak­tio­nen.

Starke Analytica Conference

Zum Spit­zen­er­geb­nis trägt auch die Ana­ly­ti­ca Con­fe­rence bei: 2.074 Teil­neh­mer — ein Plus von 12,8 Pro­zent gegen­über 2016 – infor­mier­ten sich über die wis­sen­schaft­li­chen Top-The­men der Bran­che.

Pro­fes­sor Ralf Zim­mer­mann von der Uni­ver­si­tät Ros­tock zur Ana­ly­ti­ca con­fe­rence 2018: „Das Kon­fe­renz­pro­gramm ist her­vor­ra­gend. Wir konn­ten die­ses Jahr eine schö­ne, inter­na­tio­na­le Ses­si­on zu Aero­sol und Health orga­ni­sie­ren. Die Mes­se selbst ermög­lich­te es uns, wie immer, sehr effi­zi­ent unse­re ver­schie­de­nen Koope­ra­ti­ons­part­ner tref­fen.“

Chairs und Spre­cher aus Euro­pa, Chi­na, Korea und den USA refe­rier­ten unter ande­rem über Top-The­men wie den Ein­satz von ana­ly­ti­schen Metho­den in der Lebens­mit­tel­che­mie und in der Toxi­ko­lo­gie, die Rol­le der Ana­ly­tik im Ver­brau­cher­schutz sowie den Umgang mit Big Data. Auch hier waren die Vor­trä­ge oft bis auf den letz­ten Platz belegt.

Die nächs­te Ana­ly­ti­ca fin­det von 31. März bis 3. April 2020 auf dem Gelän­de der Mes­se Mün­chen statt.

Die Bran­che trifft sich zunächst von 6. bis 8. Sep­tem­ber zur Ana­ly­ti­ca Anan­con India und India Lab Expo in Hyder­a­bad. Von 31. Okto­ber bis 2. Novem­ber fin­den dann in Shang­hai die Ana­ly­ti­ca Chi­na statt.