Die Zustandsüberwachung von Pumpen übernimmt in industriellen Prozessen eine zentrale Funktion und geht weit über den reinen Schutz des Pumpenaggregats hinaus. Neben der präventiven Wartung und der Erfassung von Betriebsdaten hat die Zündquellenüberwachung besonders in Ex-Umgebungen in den vergangenen Jahren deutlich an Bedeutung gewonnen. Eine präzise Risikoeinstufung ist entscheidend, um Explosionen zu verhindern. Denn nur eine sichere Pumpenüberwachung sorgt für reibungslose Prozesse und damit für Effizienz im Unternehmen.
Sicherheitsexperten vom TÜV kennen das Szenario: Pumpen ohne ausreichende Standfestigkeit können schnell heiß laufen. Diese Hitze kann zu einer Explosion mit einem verheerenden Schaden in der Produktion führen. Möglicherweise bleibt das Unternehmen auf einem Teil des Schadens sitzen, wenn die Haftpflichtversicherung dem Unternehmen Fahrlässigkeit nachweisen kann. Nicht gesicherte Pumpenaggregate sind also ein hohes betriebswirtschaftliches Risiko. Mehr noch: Das verantwortliche Management begeht eine Straftat, wenn es sich nicht an die gesetzlichen Vorgaben hält.
Nur wenige Hersteller decken mit ihren Produkten und Lösungen die komplette Sicherheitskette für Mess‑, Steuerungs- und Regelungstechnik (MSR) ab.
Sicherheit im Produktionsablauf hat für Unternehmen aber oberste Priorität. Daher gibt es zahlreiche Normen und Verordnungen, die ineinandergreifen müssen. Sie alle erfordern eine konsequente Anwendung, wie beispielsweise der Betriebssicherheitsverordnung und der TRGS 725 (Technische Richtlinie für Gefahrstoffe).
Was auf den ersten Blick einfach und logisch klingt, wird komplex, sobald man sich in den Dschungel der Normen, Richtlinien, Verordnungen, technischen Regeln und Herstellerempfehlungen begibt, die bei der Zündquellenüberwachung beachtet werden müssen.
Relevant für dieses Thema sind die IEC/EN 60079-xx als Normenwerk zum Thema Explosionsschutz, die DIN EN 50495 (Sicherheitseinrichtungen für den sicheren Betrieb von Geräten im Hinblick auf Explosionsgefahren) und die DIN EN 14597 (Temperaturregel- und Begrenzereinrichtung für wärmeerzeugende Anlagen).
Die Betrachtung Norm DIN EN 14597 umfasst immer ein komplettes Mess- und Regel- sowie Begrenzersystem bestehend aus Sensor, Logik und Aktorik. Dabei werden z. B. folgende Betrachtungen für die Einzelkomponenten zertifiziert:
- Ansprechverhalten von der Sensorik
- Reaktionen (Wirkungsweisen) der Auswerteelektronik
- Zuverlässigkeit / Lebensdauer der Aktorik.
Hinzu kommen aus dem Bereich der Funktionalen Sicherheit die IEC/EN 61508, EN/ISO 13849 sowie die EN/IEC 62061 und EN/IEC 61511, die TRGS 725 plus evtl. weitere produktspezifische Normen.
Nahm früher der elektrische Explosionsschutz traditionell breiten Raum bei den Sicherheitsvorkehrungen ein, rückte die letzten Jahre zunehmend die mechanische Komponente als potenzielle Zündquelle in den Fokus.
Zentral für das Thema Zündquellenüberwachung ist die EN 50495, die 2011 in Europa veröffentlicht wurde. Diese legt fest, dass im Explosionsschutz potenzielle Zündquellen durch verschiedene Zündschutzarten eliminiert (reduziert) bzw. unwirksam gemacht werden. Dabei ist es erforderlich, dass unvermeidbare Restzündquellen durch geeignete Sicherheitseinrichtungen wirksam überwacht werden. Diese Einrichtungen müssen die entsprechenden Maßnahmen innerhalb der angemessenen Reaktionszeit ausführen. Die EN 50495 unterscheidet dabei einfache Sicherheitseinrichtungen Typ a (z. B. Thermoschalter, Heißleiter oder Temperaturüberwachungseinheit) und komplexe Sicherheitseinrichtungen Typ b. Letztere sind Einrichtungen, die unabhängig von der Zündschutzart Betriebsmittel unter Kontrolle (EUC) installiert werde. Beispiele hierfür sind Überlastschutzeinrichtungen für Elektromotoren mit Zündschutzart Ex(e) oder Externe Steuereinrichtungen für die Zündschutzart Überdruckkapselung Ex℗. Ebenfalls relevant ist die EN 14597. Diese Europäische Norm gilt für elektrische oder nicht elektrische Temperaturregel- und Begrenzereinrichtungen, die zur Regelung und Überwachung der Temperatur in wärmeerzeugenden Anlagen durch Regelung der Energiezufuhr verwendet werden. Sie gilt zur Sicherstellung, dass die Temperatur in den wärmeerzeugenden Anlagen eine zuvor festgelegte Grenze (Temperaturklasse) nicht überschreitet. Die Betrachtung dieser Norm umfasst immer ein komplettes Mess‑, Regel- und Begrenzersystem bestehend aus Sensor, Logik und Aktorik. Dabei werden z. B. das Ansprechverhalten der Sensorik, die Reaktionen bzw. Schaltverhalten der Auswertelektronik und die Zuverlässigkeit/Lebensdauer der Aktorik für die Einzelkomponenten zertifiziert.
Wie sehen das komplexe Zusammenspiel der Regeln und Normen nun am konkreten Beispiel aus? Welche Möglichkeiten bestehen für Anwender, die eine SIL-gerechte Temperaturüberwachung an einem Erhitzer oder Mischer projektieren müssen? Die scheinbar naheliegendste Möglichkeit, so etwas über eine SPS oder einen normalen Messumformer zu realisieren, scheidet sowohl nach EN 50495 und EN 14597 aus. Denn eine SPS oder Messumformer haben in der Regel keine zertifizierte Baumusterprüfung ihrer Eigenschaften.
Da die SIL Bewertung durch die TRGS ( technische Regel) 725, bindend für jeden Betreiber ist, muss sowohl die vorherige Beschreibung der Normen und eine Betrachtung nach SIL ( Safety Integrity Level) oder PL (Performens Level) erfolgen.
Die SIL‑, PL-Einstufung ist eine reine Ausfallwahrscheinlichkeitsberechnung der Bauteile und hat damit keine Aussage, dass die Funktion der Abschaltung richtig arbeitet, beziehungsweise eine Verriegelung nach Fehlfunktion erfolgt. Das heißt, dass hier dann die Beweislastumkehr im Schadensfall vorliegt. Um mit einer SPS eine SIL-gerechte Lösung zu realisieren, sind also umfangreichere Dokumentations- und Programmieranwendungen nötig. Die hierfür notwendigen Investitionskosten differieren in Abhängigkeit von der Kanalanzahl und dem Softwareaufwand. Darüber hinaus muss jede Applikation separat nach SIL/PL berechnet und bewertet werden.
Maschinen- und Anlagenplaner, die schon Berührungspunkte mit dem Thema „Funktionale Sicherheit“ hatten, müssen bereits festgestellt haben, wie komplex und vielfältig das Thema ist.
Die Verantwortung um das Schadenrisiko, die Betreiber und Planer von Schutzeinrichtungen tragen, ist immens. Sie müssen sichere Komponenten anschaffen und stehen vor einem riesigen Berg aus Zahlen und Formeln. Am Ende wissen sie immer noch nicht, ob alles richtig berechnet ist.
Dass es auch einfacher geht, zeigt Jumo Safety Performance. Unter diesem Markennamen sind alle Produkte und ‑Dienstleistungen des Unternehmens zu den Themen SIL und PL zu finden. Mit Safety Performance bieten das Unternehmen seit Jahren ein zertifiziertes Kompaktsystem für die funktionale Sicherheit nach SIL und PL.
Das Unternehmen gewährleistet norm- und rechtskonforme Sicherheit. Kurzum: Es ist ein komplettes Sicherheitssystem bestehend aus Sensor, Logik und Relaisausgang zur Betätigung des Aktors aus einer Hand.















