Im Bei­sein von rund 8700 Herz­spe­zia­lis­ten aus der gan­zen Welt wur­de auf der 85. Jah­res­ta­gung der Deut­schen Gesell­schaft für Kar­dio­lo­gie – Herz- und Kreis­lauf­for­schung e.V. (DGK) in Mann­heim der Oskar-Lapp-For­schungs­preis 2019 ver­lie­hen. Der Preis wird jedes Jahr von der Oskar-Lapp-Stif­tung aus­ge­lobt und ging in die­sem Jahr an den Herz­wis­sen­schaft­ler Dr. Hol­ger Win­kels (33), der am La Jol­la Insti­tut für All­er­gie und Immu­no­lo­gie in San Die­go (USA) forscht. Der Preis ist mit insgesamt12.000 Euro dotiert.

Dr. Hol­ger Win­kels beschäf­tig­te sich in sei­ner For­schungs­ar­beit mit der „Defi­ni­ti­on des Immun­zel­l­at­las in der muri­nen Athe­ro­skle­ro­se mit­tels Ein­zell-RNA-Sequen­zie­rung und Mas­sen­zy­to­me­trie“. Dabei geht es um die wei­te­re Erfor­schung der Ursa­chen von Athe­ro­skle­ro­se, einer chro­ni­sche Ent­zün­dung der Gefä­ße, wel­che zu Herz­in­fark­ten und Schlag­an­fäl­len füh­ren kann. An Aorten­ge­fä­ßen gesun­der und athe­ro­sklero­ti­scher Mäu­se iden­ti­fi­zier­te er erst­mals einen detail­lier­ten Immun­zel­l­at­las mit­tels neus­ter hoch­auf­lö­sen­der Tech­no­lo­gi­en. Dabei stell­te er fest, dass nicht nur die Ver­tei­lung son­dern auch die Cha­rak­te­ris­ti­ka der Leu­ko­zy­ten-Popu­la­tio­nen kran­ker und gesun­der Maus-Aor­ten unter­schied­lich ist. Das tie­fe­re Ver­ständ­nis des Immun­sys­tems in der Athe­ro­skle­ro­se birgt dabei das Poten­ti­al, neue und spe­zi­fi­sche­re Behand­lungs­me­tho­den für erkrank­te Men­schen zu ent­wi­ckeln.

Die Oskar-Lapp-Stif­tung besteht seit 1992 und wur­de zu Ehren des Stutt­gar­ter Unter­neh­mers Oskar Lapp gegrün­det, der am 25. April 1987 an einem Herz­in­farkt starb. Sei­ne Wit­we, Ursu­la Ida Lapp, ist Vor­sit­zen­de des Stif­tungs­ku­ra­to­ri­ums. Die Stif­tung will jun­gen Wis­sen­schaft­lern zusätz­li­che Anrei­ze bie­ten, sich gezielt im Bereich der Herz- und Kreis­lauf­for­schung zu enga­gie­ren. „Herr Win­kels hat mit sei­ner For­schungs­ar­beit einen wich­ti­gen Bei­trag zur wei­te­ren Erfor­schung von Herz-Kreis­lauf-Erkran­kun­gen geleis­tet und ich hof­fe sehr, dass sich dar­aus schon sehr bald neue Behand­lungs­me­tho­den für an Athe­ro­skle­ro­se erkrank­te Men­schen erge­ben“, erklärt Ursu­la Ida Lapp. Alle zwei Jah­re wird außer­dem ein Oskar-Lapp-Sti­pen­di­um aus­ge­lobt, das mit bis zu 20.000 Euro für Sach­mit­tel aus­ge­stat­tet ist. Der För­der­zeit­raum beträgt bis zu zwei Jah­re.