Merck hält 20 CRISPR-Patente

Merck, ein Wis­sen­schafts- und Tech­no­lo­gie­un­ter­neh­men, hat bekannt gege­ben, dass das Euro­päi­sche Patent­amt sowie die Patent­äm­ter in Groß­bri­tan­ni­en, Isra­el und Süd­ko­rea for­mel­le Mit­tei­lun­gen über die Gewäh­rung wei­te­rer Patent­an­sprü­che bezüg­lich der CRIS­PR-Tech­no­lo­gie von Merck zur Genom-Edi­tie­rung her­aus­ge­ge­ben haben. Damit steigt die Gesamt­zahl der CRIS­PR-Paten­te, die Merck als ein Weg­be­rei­ter der Genom-Edi­tie­rung hält, auf welt­weit 20.

Unser Ein­satz für die­ses wich­ti­ge wis­sen­schaft­li­che Arbeits­ge­biet wird mit wei­te­ren CRIS­PR-Paten­ten aner­kannt“, sag­te Udit Batra, Mit­glied der Geschäfts­lei­tung von Merck, zustän­dig für den Sek­tor Life Sci­ence. „Wir wol­len unser geis­ti­ges Eigen­tum an CRISPR kon­ti­nu­ier­lich um wei­te­re Tech­no­lo­gi­en erwei­tern. Dazu zäh­len etwa gepaar­te Cas9-Nicka­sen zur Redu­zie­rung von Off-Tar­get-Effek­ten und die pro­xy-CRIS­PR-Tech­no­lo­gie. Letz­te­re ermög­licht For­schern mehr Frei­hei­ten beim Expe­ri­men­tie­ren und schnel­le­re Ergeb­nis­se, um die Arz­nei­mit­tel­ent­wick­lung und den Zugang zu neu­en The­ra­pi­en zu beschleu­ni­gen.“

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zu den neu­en Paten­ten von Merck:

  • Euro­päi­sches Patent­amt (EPA) – Paten­ter­tei­lun­gen für:
    • Vek­to­ren für die CRIS­PR-Inte­gra­ti­on. Die neu gewähr­ten Ansprü­che umfas­sen Vek­tor-Kom­bi­na­tio­nen, die den Trans­port (Deli­very) und die Expres­si­on von CRISPR in euka­ryo­ti­schen Zel­len unter­stüt­zen, ein­schließ­lich vira­ler Trans­port­me­tho­den, die sowohl in der Krebs­for­schung (Len­ti­vi­ren) als auch in the­ra­peu­ti­schen Anwen­dun­gen beim Men­schen (Ade­no-asso­zi­ier­te Viren, AAV) ein­ge­setzt wer­den.
    • Die pro­xy-CRIS­PR-Tech­no­lo­gie macht schwer erreich­ba­re Regio­nen des Genoms für Modi­fi­ka­tio­nen zugäng­lich und erwei­tert damit die Design-Optio­nen für CRISPR. Mit die­ser Metho­de las­sen sich auch Off-Tar­get-Effek­te redu­zie­ren.
    • Ribonukleinsäure-(RNA-)gesteuerte Desi­gner-Endo­nu­klea­se und Pro­te­in-RNA-Kom­ple­xe.
      • Die­se bei­den neu bewil­lig­ten Anspruchs­sät­ze umfas­sen Kom­bi­na­tio­nen, die für das Gen-Knock-in und Gen-Knock-out ver­wen­det wer­den kön­nen.

Neben Euro­pa, Groß­bri­tan­ni­en, Isra­el und Süd­ko­rea ver­fügt Merck in den fol­gen­den Regio­nen über CRIS­PR-asso­zi­ier­te Paten­te: USA, Kana­da, Aus­tra­li­en, Chi­na und Sin­ga­pur. Im Juni 2017 erhielt Merck vom aus­tra­li­schen Patent­amt sein ers­tes grund­le­gen­des CRIS­PR-Patent, das die CRIS­PR-Inte­gra­ti­on umfasst, und 2019 in den USA sein ers­tes Patent für die pro­xy-CRIS­PR-Tech­no­lo­gie.

Am 18. Juli 2019 hat die Fir­ma eine Ver­ein­ba­rung mit dem Broad Insti­tu­te of MIT and Har­vard über die Ver­ga­be nicht-exklu­si­ver Lizen­zen auf geis­ti­ges Eigen­tum an der Tech­no­lo­gie bekannt gege­ben, das sich unter ihrer jewei­li­gen Kon­trol­le befin­det. Die Lizen­zie­rung rich­tet sich an den Ein­satz in der kom­mer­zi­el­len For­schung und Pro­dukt­ent­wick­lung. Das neue Rah­men­werk soll den Zugang zu geis­ti­gem Eigen­tum an CRISPR für For­schungs­zwe­cke ver­ein­fa­chen und beschleu­ni­gen.

Am 19. Juli 2019 hat der Kon­zern bei der US-Patent­be­hör­de (US Patent and Trade­mark Office, USPTO) ein Gesuch auf Ein­lei­tung eines Inter­fe­renz­ver­fah­rens bezüg­lich sei­ner eige­nen im Jahr 2012 ein­ge­reich­ten CRIS­PR-Cas9-Paten­te und den von der Uni­ver­si­ty of Cali­for­nia, Ber­ke­ley bean­trag­ten bzw. ihr erteil­ten Paten­te ein­ge­reicht.

Das Unter­neh­men unter­stützt sowohl als Nut­zer als auch Anbie­ter von Tech­no­lo­gie zur Genom-Edi­tie­rung die For­schung auf die­sem Gebiet unter sorg­sa­mer Berück­sich­ti­gung von ethi­schen und gesetz­li­chen Stan­dards. Das Unter­neh­men hat mit dem Merck Bio­ethics Advi­so­ry Panel (MBAP) ein unab­hän­gi­ges, exter­nes bio­ethi­sches Bera­tungs­gre­mi­um ein­ge­rich­tet, das Ori­en­tie­rungs­hil­fe für For­schung geben soll, an der sei­ne Unter­neh­mens­be­rei­che betei­ligt sind. Dazu gehört auch die For­schung zu oder mit­tels Genom-Edi­tie­rung. Das Unter­neh­men hat zudem unter Berück­sich­ti­gung wis­sen­schaft­li­cher und gesell­schaft­li­cher Fra­ge­stel­lun­gen eine kla­re ope­ra­ti­ve Posi­ti­on defi­niert, um viel­ver­spre­chen­den The­ra­pie­an­sät­zen für den Ein­satz in For­schung und Anwen­dun­gen den Weg zu berei­ten.