Die Tech­no­lo­gi­en für mehr Ener­gie­ef­fi­zi­enz sind bereits vor­han­den“, so Anke Hüne­burg, Lei­te­rin Bereich Ener­gie beim Zen­tral­ver­band Elek­tro­tech­nik- und Elek­tro­nik­in­dus­trie e. V. (ZVEI) , „aber sie kön­nen nicht mehr los­ge­löst von der Steue­rung und der Fle­xi­bi­li­tät des Ener­gie­ein­sat­zes – also der Fra­ge: Wie viel Ener­gie wird wann wo benö­tigt? – betrach­tet wer­den.“ Hüne­burg betont die zusätz­li­chen Chan­cen, die sich hier ins­be­son­de­re auch durch die Digi­ta­li­sie­rung erge­ben: „Die gewon­ne­nen Daten und Infor­ma­tio­nen, die durch die Digi­ta­li­sie­rung der Ener­gie­wirt­schaft gewon­nen wer­den, ermög­li­chen es, die tech­no­lo­gi­schen Lösun­gen effi­zi­en­ter zu nut­zen und die Fle­xi­bi­li­täts­po­ten­zia­le für ein kos­ten­güns­ti­ges Gesamt­sys­tem end­lich ren­ta­bel zu gestal­ten.“

Dabei ver­folgt die Elek­tro­in­dus­trie auch gan­ze neue Ansät­ze. Dafür steht auch das ambi­tio­nier­te For­schungs­pro­jekt DC-INDUSTRIE, bei dem aus­ge­lo­tet wird, inwie­weit eine Strom­ver­sor­gung indus­tri­el­ler Anla­gen über ein smar­tes, offe­nes Gleich­strom­netz neu zu gestal­ten und wie die indus­tri­el­le Ener­gie­ver­sor­gungs­ar­chi­tek­tur zu digi­ta­li­sie­ren ist. „Die deut­sche Elek­tro­in­dus­trie steht für hoch­ef­fi­zi­en­te Tech­no­lo­gi­en, Pro­duk­te und Sys­te­me. Sie ist Anbie­ter von Ener­gie­dienst­leis­tun­gen mit denen moderns­te Lösun­gen für die Erzeu­gung, Ver­tei­lung, Spei­che­rung und Nut­zung von Ener­gie rea­li­siert wer­den kön­nen“, fügt Hüne­burg hin­zu. Wie die Gleich­strom-Tech­no­lo­gie im Ein­zel­nen funk­tio­nie­ren soll, wird in Hal­le 12 im Rah­men der Inte­gra­ted Ener­gy im April 2019 auf dem Gemein­schafts­stand Digi­tal Ener­gy der betei­lig­ten Fir­men und For­schungs­in­sti­tu­te für alle Besu­cher zu sehen sein.

Ener­gie­tech­ni­sche Hard­ware geht eine enge Liai­son mit klu­gen Soft­ware­lö­sun­gen ein. Vie­le Fir­men aus allen Regio­nen der Welt arbei­ten an sol­chen Pro­gram­men. „Heu­ti­ges Ener­gie­ma­nage­ment ist weit mehr als nur das digi­ta­le Erfas­sen oder Visua­li­sie­ren von Daten. Eine pro­fes­sio­nel­le Ener­gie­ma­nage­ment-Soft­ware muss auch alle rele­van­ten, angren­zen­den Pro­zes­se – bei­spiels­wei­se das Faci­li­ty Manage­ment – digi­ta­li­siert ein­bin­den kön­nen“, weiß Anna Brunck­horst vom Aus­stel­ler Ing­Soft GmbH aus Nürn­berg. Letzt­lich geht es bei allen Opti­mie­run­gen, ob in Indus­trie, Ener­gie­wirt­schaft oder auf der Kon­sum­sei­te, dar­um, Ener­gi­en zu spa­ren. Erst­aus­stel­ler wie die gri­dX GmbH aus Mün­chen wit­tern den Wan­del. „Wir wol­len die Ener­gie­ver­sor­gung revo­lu­tio­nie­ren“, sagt Simon Poos, wenn er über das fir­men­ei­ge­ne Pro­dukt, die hut­schach­tel­gro­ße grid­Box, spricht. Sie beinhal­te­te eine kom­ple­xe Soft­ware, die im Zusam­men­spiel mit der gri­dX-Cloud in der Lage ist, täg­lich Mil­lio­nen Daten­punk­te zu ver­ar­bei­ten und damit dezen­tral hilft, opti­ma­le Eigen­ver­bräu­che selbst erzeug­ten Stroms zu gene­rie­ren.

Auch Schwe­den, das als Part­ner­land der Han­no­ver Mes­se 2019 mit vie­len Unter­neh­men einen star­ken Akzent set­zen wird, greift den Wan­del in der Ener­gie­wirt­schaft auf. Für die Schwe­den sind Fle­xi­bi­li­sie­rung und Digi­ta­li­sie­rung die Schlüs­sel zur Umstel­lung des Ener­gie­sys­tems auf 100 Pro­zent erneu­er­ba­re Ener­gie. „Betrach­tet man den Bereich Über­tra­gung, so sind intel­li­gen­te Net­ze unver­zicht­bar für die Ener­gie­ver­sor­gung der Zukunft. Auch zur Stei­ge­rung der Ener­gie­ef­fi­zi­enz muss das Poten­zi­al digi­ta­ler Lösun­gen sowohl in der Indus­trie als auch im Gebäu­de­be­reich voll aus­ge­schöpft wer­den. Dies gilt nicht weni­ger für den Trans­port­sek­tor und das The­ma Spei­che­rung – im Gegen­teil, eine zuneh­men­de Elek­tri­fi­zie­rung der Gesell­schaft wird ohne digi­ta­le Lösun­gen aus­ge­bremst“, meint Dr. Vere­na Adam­heit, die in der Deutsch-Schwe­di­schen Han­dels­kam­mer als Pro­jekt­lei­te­rin für die Prä­senz der Schwe­den auf der Han­no­ver Mes­se zustän­dig ist. Dr. Adam­heit betont die „star­ke Tra­di­ti­on der Schwe­den im IT-Bereich, unter ande­rem mit Erics­son, die die Grund­la­gen für eine frü­he Digi­ta­li­sie­rung schu­fen.“ Zudem habe Schwe­den sehr früh mit dem Aus­bau der Breit­band­in­fra­struk­tur ange­fan­gen und trei­be die Ent­wick­lung mit einer ambi­tio­nier­ten Digi­ta­li­sie­rungs­stra­te­gie wei­ter vor­an. Grund­sätz­lich exis­tiert in Schwe­den ein sehr posi­ti­ves Inno­va­ti­ons­kli­ma, die Schwe­den inves­tie­ren stark in For­schung, sind sehr tech­ni­kaf­fin und begeis­tern sich leicht für tech­ni­sche Inno­va­tio­nen und digi­ta­le Lösun­gen. Dies alles hat dem schwe­di­schen „Tech-Wun­der“ à la Sky­pe, Spo­ti­fy, Klar­na und izett­le den Weg berei­tet. Und in man­chen Seg­men­ten ist man ganz weit vor­ne: So ist der Roll Out des Smart Mete­ring im skan­di­na­vi­schen Land bereits abge­schlos­sen, was die rasche Wei­ter­ent­wick­lung von Smart-home-Appli­ka­tio­nen, intel­li­gen­ter Netz­über­wa­chung und E-Mobi­li­tät zugu­te kommt. Die Schwe­den, so ver­si­chert Adam­heit, wer­den auf der Han­no­ver Mes­se 2019 auf jeden Fall inter­es­san­te neue digi­ta­le Geschäfts­mo­del­le prä­sen­tie­ren.