Das Ham­bur­ger Unter­neh­men Arma­tu­ren-Wolff Fried­rich H. Wolff GmbH & Co. KG, wel­ches die mari­ti­me Wirt­schaft sowie die Pro­zess­in­dus­trie mit Indus­trie­ar­ma­tu­ren und Sys­tem­tech­nik belie­fert, fer­tigt unter dem Namen sei­ner Mar­ke tra­mis­tec hoch­fle­xi­ble Wel­len zur manu­el­len Fern­be­tä­ti­gung von Arma­tu­ren — meist indi­vi­du­ell nach Kun­den­wunsch. Viel­fäl­tig wie die Anwen­dungs­ge­bie­te sind die spe­zi­fi­schen Vor­ga­ben, sodass kaum eine Wel­le der ande­ren gleicht. Die Tech­ni­ker arbei­ten somit immer stark lösungs­ori­en­tiert.

Im mari­ti­men Bereich wie bei­spiels­wei­se bei Off­shore-Anla­gen, Öl- und Gas­platt­for­men oder in der Schiff­fahrt ver­ein­facht die Fern­be­tä­ti­gung von Arma­tu­ren mit­tels Wel­le die Bedie­nung ent­schei­dend, wo der Ein­satz von Auto­ma­ti­on und Hilfs­en­er­gie nicht sinn­voll ist oder aus ver­schie­de­nen Grün­den nicht infra­ge kommt. Decks und Schott­wän­de kön­nen so über­wun­den und schwer zugäng­li­che Berei­che pro­blem­los ange­steu­ert wer­den. Dar­un­ter auch sol­che, die per­ma­nent von einem Medi­um geflu­tet sind oder zeit­wei­se sein kön­nen. Auf­grund ihres Auf­baus sind die Pro­duk­te aus­ge­legt auf phy­si­sche Belas­tun­gen (Rei­bung / Bewe­gung) und Kon­takt mit abra­si­ven und kor­ro­si­ven Stof­fen, ohne dass Beein­träch­ti­gun­gen im Betrieb ent­ste­hen.

Der Man­tel besteht aus kor­ro­si­ons- und abrieb­fes­tem Gum­mi. Dar­in ein­ge­bet­tet ist ein fle­xi­bler Metall­schutz­schlauch, wel­cher das Herz­stück — ein star­kes, tor­si­ons­frei­es Stahl­seil — umgibt. Es ist so gefloch­ten, dass die Kraft­über­tra­gung zwi­schen Betä­ti­gung und Arma­tur über grö­ße­re Distan­zen ver­lust­frei ermög­licht wird. Je nach Anfor­de­rung vari­iert die Kon­fi­gu­ra­ti­on, z. B. bezüg­lich der Län­ge oder Umman­te­lung, um so das lang­le­bigs­te und daher effi­zi­en­tes­te Ergeb­nis zu erzie­len. Was­ser­dich­te Hül­sen ver­schie­dens­ter Aus­füh­rung sichern Durch­brü­che. Die Kom­po­nen­ten zur manu­el­len Betä­ti­gung, unter ande­rem Hand­rä­der oder Kur­beln, kom­bi­niert der Anwen­der nach Bedarf. Wel­che extre­men Bedin­gun­gen abge­deckt wer­den, zeigt exem­pla­risch der Mari­ne­be­reich: Hier wur­den tra­mis­tec-Pro­duk­te erfolg­reich an der äuße­ren Hül­le eines korea­ni­schen U-Boots instal­liert. Bei Tauch­tie­fen von bis zu 250 Metern mit ent­spre­chen­dem Druck (25 bar) arbei­tet die fle­xi­ble Wel­le in Kom­bi­na­ti­on mit dem ange­steu­er­ten Kugel­hahn mühe­los. Auch das salz­hal­ti­ge Meer­was­ser zeigt kei­ner­lei beein­träch­ti­gen­de Effek­te. Zum Kun­den­kreis zäh­len Fir­men wie Abeking&Rasmussen Schiffs- und Yacht­werft SE, die Mey­er Werft GmbH & Co. KG oder Thys­sen­Krupp Mari­ne Sys­tems GmbH. Als Refe­ren­zen sind fer­ner meh­re­re Mari­ne­schif­fe zu erwäh­nen, in denen das Sys­tem zur Not­hand­be­tä­ti­gung inte­griert ist. Die fle­xi­blen Wel­len ver­schie­de­ner Arma­tu­ren lau­fen dort zusam­men und kön­nen manu­ell im Pum­pen­kon­troll­raum bedient wer­den.

Drehmomentübertragung bis 110 Nm

Beim U-Boot-Pro­jekt lag das zu über­tra­gen­de Dreh­mo­ment auf­grund des gro­ßen Was­ser­drucks bei 110 Nm. Für der­ar­ti­ge Anwen­dun­gen oder bei Arma­tu­ren mit gro­ßer Nenn­wei­te, für deren Betä­ti­gung hohe „Los­brech­mo­men­te“ über­wun­den wer­den müs­sen, ste­hen Hoch­leis­tungs­wel­len zur Ver­fü­gung. Zum Ein­satz kom­men hier beweg­li­che, inein­an­der ver­ket­te­te Schmie­de­stahl­ele­men­te in einer fle­xi­blen Stahl­draht-Füh­rung. Eine Anpas­sung der Umman­te­lung an den Bedarf des Kun­den, z. B. in einer druck­dich­ten Aus­füh­rung oder zum Schutz vor aggres­si­ven Medi­en, ist auch hier mach­bar.

Auch nachträglich integrierbar

Die Steue­rung von Regel- und Absper­ror­ga­nen im indus­tri­el­len Ein­satz wird oft­mals durch die Ein­bau­si­tua­ti­on oder durch Gefah­ren­be­rei­che erschwert. Fle­xi­ble Wel­len sind hier die Lösung. Zu den beson­de­ren Eigen­schaf­ten der fle­xi­blen Wel­len gehört neben der War­tungs­frei­heit und der beacht­li­chen Robust­heit die unkom­pli­zier­te Mon­ta­ge. Sie sind jeder­zeit nach­rüst­bar und kön­nen mit ver­hält­nis­mä­ßig gerin­gem Auf­wand in das bestehen­de Lay­out ein­ge­bun­den wer­den. Das sind beacht­li­che Vor­tei­le gegen­über star­ren Gelenk­wel­len.

Da in der Pro­zess­in­dus­trie ähn­li­che Her­aus­for­de­run­gen wie im mari­ti­men Bereich zu bewäl­ti­gen sind, fin­det man die Pro­duk­te von tra­mis­tec auch in der che­mi­schen und petro­che­mi­schen Indus­trie oder im Tank­bau. Mit­hil­fe von Son­der­werk­stof­fen las­sen sich Lösun­gen rea­li­sie­ren, wel­che extrem hohen sowie nied­ri­gen Tem­pe­ra­tu­ren stand­hal­ten oder voll­stän­dig ama­gne­tisch sind. Ein wich­ti­ger Punkt ist außer­dem die Sicher­heit, denn das Unfall­ri­si­ko wird stark mini­miert, wenn kri­ti­sche Berei­che nicht zwin­gend betre­ten wer­den müs­sen. So ist bei­spiels­wei­se die fle­xi­ble Wel­le inte­gra­ler Bestand­teil der Ein­rich­tun­gen zur Stör­fall­ab­si­che­rung einer Gas­zer­le­gungs­an­la­ge: Da im Fall eines Anla­gen­scha­dens, u.U. in Kom­bi­na­ti­on mit Feu­er, gera­de auch die Hilfs­en­er­gi­en betrof­fen sein kön­nen, sodass eine auto­ma­ti­sche Absi­che­rung der Anla­ge nicht mehr mög­lich ist, ist die fle­xi­ble Wel­le eine opti­ma­le Lösung, aus einer siche­ren Posi­ti­on her­aus fern­be­tä­tigt gefähr­de­te Lei­tun­gen manu­ell zu schlie­ßen.

Arma­tu­ren-Wolff auf der Val­ve World 2018: Hal­le 4, Stand A30