Die Weihnachtszeit steht vor der Tür, und wenn die COVID-19-Impfstoffe die wesentlichen Testverfahren bestanden haben, werden sie auch dann da sein. Die Entwicklung eines Impfstoffs ist nur das halbe Problem. Die größere Herausforderung wird die Verteilung in einem unvorstellbaren Umfang von 16 Milliarden Impfstoffdosen sein (entspricht 8.000 Boeing 747 Allfrachtflügen). Die Luftfahrt wird bei dieser globalen Herausforderung eine wichtige Rolle spielen – laut IATA (2020) wird dies voraussichtlich die größte Luftbrücke für eine einzelne Ware sein, die es je gab.

Linus Benjamin Bauer, Gastdozent an der City, University of London, erklärt: „Es wird erwartet, dass mehr als die Hälfte der weltweiten Impfstoffdosen per Luftfracht transportiert wird – allein schon wegen der Schnelligkeit und Zuverlässigkeit. Die Pandemie hat zu Störungen in den globalen pharmazeutischen Versorgungsketten geführt, da die Luftfrachtkapazitäten aufgrund von Sperrungen und Aussetzungen von Passagierflügen nicht ausreichen.

Glücklicherweise setzen sich einige Organisationen dafür ein, dass vor der Impfstoffzertifizierung und dem anschließenden Versand die bestmöglichen logistischen Vorkehrungen getroffen werden. Die Herausforderung ist jedoch enorm, und der Interventionsstatus der globalen Behörden im Koordinierungsprozess steht noch aus.

Heute wird erwartet, dass die Produktion des Impfstoffs bis Ende dieses Jahres beginnt und im zweiten Quartal 2021 ihren Höhepunkt erreicht. Die Flughäfen müssen beginnen zu beurteilen, wie sie an dieser enormen Vertriebsaktion beteiligt werden können. In Entwicklungsländern wird die Sicherheit ein wichtiger Aspekt bei dem Vertrieb und Transport des Impfstoffs sein. Ein Qualitätsmanagementsystem zur Überwachung von Fachverfahren, Managementaufsicht und Lieferung ist in diesem Fall unerlässlich.“