Lebensmittelbetrug: ist Track & Trace die Lösung?

Ver­brau­cher kau­fen immer häu­fi­ger Lebens­mit­tel online. Dies birgt die Gefahr, dass immer mehr gefälsch­te Lebens­mit­tel in Ver­kehr gebracht wer­den. Mett­ler-Tole­do emp­fiehlt: Her­stel­ler und Mar­ken­in­ha­ber soll­ten schnell han­deln, um ihre Kun­den und ihre Mar­ken vor Fäl­schun­gen zu schüt­zen. Das Mett­ler-Tole­do White­pa­per „Stan­dards und Vor­schrif­ten zur Lebens­mit­tel­si­cher­heit“ infor­miert über Best Prac­tices und gesetz­li­che Bestim­mun­gen.

Der Han­del mit gefälsch­ten Lebens­mit­teln nimmt welt­weit zu. So beschlag­nahm­ten Euro­pol und Inter­pol in ihrer gemein­sam koor­di­nier­ten Ope­ra­ti­on „Opson VI“ zwi­schen Dezem­ber 2016 und März 2017 9.800 Ton­nen und 26,4 Mil­lio­nen Liter an gefälsch­ten Lebens­mit­teln und Geträn­ken in einem Gesamt­wert von rund 230 Mil­lio­nen Euro.

Online-Lebensmittelshops vereinfachen Betrug

Das Geschäft mit gefälsch­ten Lebens­mit­teln ist ein welt­wei­tes Pro­blem, das sich nicht zuletzt vor dem Hin­ter­grund des rasan­ten Wachs­tums des Online-Han­dels ver­schärft“, so Miri­am Krech­lok, Head of Mar­ke­ting bei Mett­ler-Tole­do Pro­dukt­in­spek­ti­on Deutsch­land. „Prin­zi­pi­ell kann jeder einen Online-Shop eröff­nen und braucht dazu kei­ne hohen regu­la­to­ri­schen Hür­den über­win­den, um mit Lebens­mit­teln han­deln zu dür­fen. Doch auch Betrü­ger machen sich die neu­en digi­ta­len Ver­triebs­ka­nä­le und die geän­der­ten Ein­kaufs­ge­wohn­hei­ten der Ver­brau­cher zu Nut­ze.“ So wer­den Rezep­te immer häu­fi­ger online gesucht, Food­blogs regen mit auf­wen­dig insze­nier­ten Bil­dern zum Nach­ko­chen an. Foo­dies auf der Suche nach beson­de­ren Zuta­ten und Spe­zia­li­tä­ten, die im Super­markt vor Ort nur schwer zu bekom­men sind, wer­den online schnell fün­dig. Gera­de für Anbie­ter, die sich auf Spe­zia­li­tä­ten und hoch­wer­ti­ge Pro­duk­te fokus­sie­ren, haben sich mit dem Online-Han­del völ­lig neue Märk­te und Ver­mark­tungs­chan­cen eröff­net – bei­spiel­haft zu nen­nen der Ver­sand­han­del mit Gour­met­fleisch. Sol­che hoch­prei­si­gen Erzeug­nis­se sind jedoch auch für Lebens­mit­tel­fäl­scher attrak­tiv. Falsch dekla­rier­te und min­der­wer­ti­ge Ware ver­spricht hier beson­ders hohe Gewinn­mar­gen.

Eine wirk­sa­me Bekämp­fung von Lebens­mit­tel­fäl­schun­gen muss bereits auf der Stu­fe der Her­stel­lung und der Ver­pa­ckung der Pro­duk­te begin­nen. Miri­am Krech­lok: „Seria­li­sie­rung und Track & Trace-Tech­ni­ken haben sich im Kampf gegen Fäl­schun­gen in ande­ren Bran­chen – etwa bei Arz­nei­mit­teln – bewährt. In der Lebens­mit­tel­in­dus­trie kom­men sie bis­her nur ver­ein­zelt, etwa bei hoch­prei­si­gen Pro­duk­ten wie Kavi­ar, zum Ein­satz. Hier nut­zen die Her­stel­ler ein stan­dar­di­sier­tes Eti­ket­tie­rungs­sys­tem, das ein nicht wie­der ver­wend­ba­res Sie­gel mit Infor­ma­tio­nen über die Her­kunft des Kavi­ars auf der Ver­pa­ckung auf­bringt. Das Ver­fah­ren dient dem Ver­brau­cher als Echt­heits- und Her­kunfts­nach­weis und schützt ihn vor Fäl­schun­gen. Die Zeit ist reif, ange­sichts der Zunah­me an Lebens­mit­tel­fäl­schun­gen ver­gleich­ba­re Lösun­gen auch für fäl­schungs­ge­fähr­de­te Pro­duk­te wie Oli­ven­öl, bestimm­te Fleisch­erzeug­nis­se, Gewür­ze oder Wein und Spi­ri­tuo­sen ein­zu­füh­ren.“

Lebens­mit­tel­be­trug ist kein Pro­blem, das über Nacht gelöst wer­den kann. Die Imple­men­tie­rung von Track & Trace-Tech­no­lo­gi­en ent­lang der gesam­ten Lie­fer­ket­te ist jedoch ein ers­ter wich­ti­ger Schritt, um Fäl­schun­gen für Betrü­ger unat­trak­ti­ver zu machen.