Effizienz-Preis NRW 2019

Kuep­pers Solu­ti­ons aus Gel­sen­kir­chen gewann heu­te den Effi­zi­enz-Preis NRW für eine neue im 3D-Druck her­ge­stell­te Misch­ein­heit für Gas­bren­ner, die ohne Luft­über­schuss im Regel­be­reich betrie­ben wer­den kann und so den Stick­oxid­aus­stoß signi­fi­kant senkt. Mit Zinq Tech­no­lo­gie ist ein wei­te­res Unter­neh­men aus Gel­sen­kir­chen mit dem Effi­zi­enz-Preis NRW 2019 aus­ge­zeich­net wor­den.

Der „Effi­zi­enz-Preis NRW – Das res­sour­cen­ef­fi­zi­en­te Pro­dukt“ wird von der Effi­zi­enz-Agen­tur NRW ver­lie­hen, die im Auf­trag des nord­rhein-west­fä­li­schen Umwelt­mi­nis­te­ri­ums arbei­tet. Der Preis wür­digt inno­va­ti­ve Pro­duk­te und Dienst­leis­tun­gen von klei­nen und mitt­le­ren Unter­neh­men aus Nord­rhein-West­fa­len, die wesent­li­che Effi­zi­enz­fak­to­ren mit­ein­an­der ver­bin­den – bei­spiels­wei­se eine res­sour­cen­scho­nen­de Pro­dukt­ent­wick­lung, umwelt­ge­rech­te Her­stel­lung und redu­zier­te Umwelt­ein­flüs­se wäh­rend des Pro­dukt­le­bens sowie eine umfas­sen­de Recy­cling­fä­hig­keit. Der Preis ist mit ins­ge­samt 20.000 Euro dotiert.

Kuep­pers Solu­ti­ons ist einer von vier Haupt­preis­trä­gern des Effi­zi­enz-Prei­ses NRW. Die Aus­zeich­nung wur­de heu­te im Deut­schen Sport & Olym­pia Muse­um in Köln durch die nord­rhein-west­fä­li­sche Umwelt­mi­nis­te­rin Ursu­la Hei­nen-Esser über­reicht. Neben den vier Haupt­prei­sen ver­gab die Exper­ten­ju­ry auch einen Son­der­preis.

Außer­dem erhiel­ten Stu­die­ren­de und Absol­ven­ten aus NRW-Hoch­schu­len zum zwei­ten Mal den Nach­wuchs­preis Mehr­Wert NRW der Ver­brau­cher­zen­tra­le NRW für res­sour­cen­scho­nen­de Ver­brau­cher­pro­duk­te. Zum ers­ten Mal betei­lig­te sich die NRW.BANK als Koope­ra­ti­ons­part­ner an bei­den Prei­sen.

Ressourceneffizienz aus dem 3D-Drucker

Allein in Deutsch­land sind rund zwei Mil­lio­nen gas­be­trie­be­ne Indus­trie­b­ren­ner im Ein­satz. Mit die­sen Bren­nern emit­tie­ren Stahl­wer­ke, Lackier­an­la­gen, Groß­bä­cke­rei­en, Maschi­nen­bau­er und ande­re Unter­neh­men rund ein Sechs­tel des jähr­li­chen Koh­len­di­oxid­aus­sto­ßes und belas­ten unse­re Umwelt mit Stick­oxi­den. In der Tech­ni­schen Anlei­tung zur Rein­hal­tung der Luft – der soge­nann­ten TA Luft – sind die Abgas-Grenz­wer­te für die Indus­trie fest­ge­legt, der für den Stick­oxid-Aus­stoß liegt in der Regel bei 350 Mil­li­gramm je Norm­ku­bik­me­ter Abgas. Weil das für Unter­neh­men mit gas­be­trie­be­nen Anla­gen nicht ein­fach zu errei­chen ist, betrei­ben vie­le Fir­men ihre Bren­ner mit mehr Luft als not­wen­dig, um den Stick­oxid-Aus­stoß zu sen­ken. Das Ver­fah­ren benö­tigt aller­dings mehr Ener­gie.

Hier setzt die Lösung von Kuep­pers Solu­ti­ons an: Gemein­sam mit dem Insti­tut für Tech­ni­sche Ver­bren­nung an der RWTH Aachen, dem Gas- und Wär­me-Insti­tut in Essen und dem Lehr­stuhl für Ener­gie­an­la­gen und Ener­gie­pro­zess­tech­nik der Ruhr-Uni­ver­si­tät Bochum hat das Unter­neh­men eine neue Misch­ein­heit für Gas­bren­ner ent­wi­ckelt. Mög­lich wur­de das erst durch eine ande­re tech­ni­sche Neu­heit: den 3D-Druck.

Mit die­ser neu­en Tech­nik konn­te die Rea­li­sie­rung der für das Pro­jekt benö­tig­ten Misch­ein­heit auf den Punkt gebracht wer­den. „Prak­tisch umsetz­bar wäre unse­re Ent­wick­lung tat­säch­lich nicht ohne den metal­li­schen 3D-Druck gewe­sen“, erläu­tert Jens te Kaat, Inha­ber und Geschäfts­füh­rer der Kuep­pers Solu­ti­ons GmbH. Der Lehr­stuhl für Digi­tal Addi­ti­ve Pro­duc­tion DAP der RWTH Aachen setz­te den drei­di­men­sio­na­len Druck erfolg­reich in die Pra­xis um. Te Kaat dazu: „Die Misch­ein­heit erzeugt ein genau dosier­tes Gas-Luft-Gemisch, das den Aus­stoß von Stick­oxi­den ver­rin­gert. Wir spa­ren durch die­ses Ver­fah­ren eine Men­ge: Stick­oxi­de, Gas, Koh­len­di­oxid und letzt­end­lich auch Geld.“

Neues Verfahren senkt Stickoxid-Ausstoß nachhaltig

Die Ver­su­che haben gezeigt, dass Bren­ner gebaut wer­den kön­nen, die den aktu­ell gel­ten­den Grenz­wert um mehr als den Fak­tor 10 unter­schrei­ten. Das heißt: Sie sto­ßen ledig­lich 30 Mil­li­gramm Stick­oxi­de aus. „Wir sor­gen dafür, dass Stick­oxi­de gar nicht erst ent­ste­hen“, fasst te Kaat sei­nen Ansatz zusam­men.

Ein wei­te­rer Aspekt macht die von te Kaat ent­wi­ckel­te Neue­rung für sei­ne Kun­den inter­es­sant: Bestehen­de Ther­mo­pro­zess­an­la­gen müs­sen nicht kom­plett erneu­ert wer­den, son­dern kön­nen durch den Aus­tausch des Bren­ners opti­miert wer­den. So hal­ten sich die Inves­ti­ti­ons­kos­ten in Gren­zen, die Anla­ge wird durch den Ein­satz bereits vor­han­de­ner Bestand­tei­le zu einem rund­um nach­hal­ti­gen Pro­dukt.

Kuep­pers Solu­ti­ons beschäf­tigt 28 Mit­ar­bei­ter. Dem ste­hen rund zwei Mil­lio­nen Bren­ner gegen­über, die allein in Deutsch­land mit der neu­en Tech­no­lo­gie umge­rüs­tet wer­den könn­ten. Das Unter­neh­men kann nicht alle Inter­es­sen­ten sel­ber belie­fern, des­halb möch­te es als Zulie­fe­rer für nam­haf­te Her­stel­ler von Bren­nern agie­ren. Die Her­stel­ler – so die Idee – ver­bau­en die von Kuep­pers Solu­ti­ons gefer­tig­ten Misch­ein­hei­ten in ihren eige­nen Bren­nern. In der Auto­mo­bil­in­dus­trie haben sol­che Zulie­fer-Koope­ra­tio­nen eine lan­ge Tra­di­ti­on, in der Ther­mo­pro­zess­tech­nik ist ein sol­ches Geschäfts­mo­dell aller­dings neu. Dazu braucht es ledig­lich ein Netz von leis­tungs­fä­hi­gen 3D-Druck-Betrei­bern. Jens te Kaat baut die­ses Netz­werk bereits auf.

Innovatives Design und Stickoxid-Reduktion überzeugten Effizienz-Preis-Jury

Die Vor­tei­le über­zeug­ten auch die Jury des Effi­zi­enz-Prei­ses NRW. „Die neue Misch­ein­heit für Gas­bren­ner senkt Ener­gie­ver­brauch und Stick­oxid­aus­stoß effi­zi­ent und nach­hal­tig und ist sehr ein­fach in der Hand­ha­bung. Das allei­ne ist schon preis­wür­dig. Dar­über hin­aus hat uns aber auch über­zeugt, dass das Pro­dukt durch die Anwen­dung einer neu­en Fer­ti­gungs­tech­nik mög­lich gewor­den ist. Der 3D-Druck sorgt dafür, dass die Misch­ein­hei­ten prä­zi­se und ein­fach pro­du­ziert wer­den kön­nen“, erklär­te Jury­mit­glied Dr. Tho­mas Del­schen, Prä­si­dent des Lan­des­am­tes für Natur, Umwelt und Ver­brau­cher­schutz NRW.

Die­ser Aspekt hat auch das Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Wirt­schaft und Ener­gie über­zeugt, denn für die Ent­wick­lung des neu­ar­ti­gen Pro­duk­tes erhielt das Unter­neh­men außer­dem eine För­de­rung aus dem Zen­tra­len Inno­va­ti­ons­pro­gramm Mit­tel­stand (ZIM) des Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­te­ri­ums. Unter­stützt wur­de es dabei durch die Finan­zie­rungs­be­ra­tung der Effi­zi­enz-Agen­tur NRW.

Weitere Preisträger des Effizienz-Preises NRW 2019

Kuep­pers Solu­ti­ons ist einer von vier Haupt­preis­trä­gern des Effi­zi­enz-Prei­ses NRW 2019. Wei­te­re Haupt­prei­se gin­gen an die UTK Solu­ti­on GmbH aus Lüden­scheid für ein res­sour­cen­ef­fi­zi­en­tes Saug- und Spülsystem für Ope­ra­tio­nen, das Wup­per­ta­ler Textil­la­bel wijld für Klei­dungs­stü­cke aus nach­hal­ti­gen Holz­fa­sern und Zinq Tech­no­lo­gie für ein mate­ri­al­spa­ren­des Ver­zin­kungs­ver­fah­ren. Dar­über hin­aus wur­de der Maler­meis­ter Peter Fuchs aus Neun­kir­chen-Seel­scheid für eine mobi­le Fil­ter­an­la­ge zur Abwas­ser­be­hand­lung bei der Rei­ni­gung von Gebäu­de­fas­sa­den mit einem Son­der­preis aus­ge­zeich­net.

Für den Effi­zi­enz­preis bewer­te­te eine sie­ben­köp­fi­ge Exper­ten-Jury rund 40 Ein­rei­chun­gen und ent­schied über die effi­zi­en­tes­ten Pro­duk­te und Dienst­leis­tun­gen. Der Preis ist mit 20.000 Euro dotiert.