Die wach­sen­de Welt­be­völ­ke­rung ver­langt nach immer mehr Res­sour­cen. Hier­durch wächst auch die Not­wen­dig­keit, wert­vol­le Boden­schät­ze und ande­re Roh­stof­fe mög­lichst effi­zi­ent zu för­dern. Die Schütt­gut-För­der­tech­nik steht daher vor der gro­ßen Her­aus­for­de­rung wirt­schaft­li­che Antriebs­lö­sun­gen für immer höhe­re Trans­port­leis­tun­gen zu ent­wi­ckeln.

Der Trans­port von Schütt­gü­tern stellt hohe Anfor­de­run­gen an die Antriebs­tech­nik, weil Bän­der und Antrie­be zumeist in rau­hen Bedin­gun­gen ein­ge­setzt wer­den. Ent­schei­dend ist neben der Leis­tungs­fä­hig­keit und der Qua­li­tät auch die Wär­me­grenz­leis­tung. Der Getrie­be­her­stel­ler Flen­der setzt des­halb sein jahr­zehn­te­lan­ges Know-how dafür ein, Getrie­be­lö­sun­gen zu ent­wi­ckeln, die einer­seits eine gerin­ge Ver­lust­leis­tung auf­wei­sen und ande­rer­seits hohe Leis­tun­gen über­tra­gen kön­nen. Die B3SE-Getrie­be erfül­len die­se For­de­rung, ohne exter­ne Küh­lung. Es gibt sie stan­dard­mä­ßig in zehn Bau­grö­ßen und sie sind für Antriebs­auf­ga­ben mit sehr gro­ßen Leis­tungs­auf­nah­men – auch als Mehr­fach­an­trie­be – ein­setz­bar. Die immer wich­ti­ge­re Wär­me­grenz­leis­tung konn­te bei die­sen Bau­rei­hen um 22 Pro­zent erhöht wer­den.

3.000 kW ohne externe Kühlung

Abhän­gig von den Umge­bungs­be­din­gun­gen und der Getrie­be­aus­füh­rung ist mit die­sen Stirn­rad- und Kegel­stirn­rad­ge­trie­be ein Ver­zicht auf exter­ne Kühl­an­la­gen mög­lich bis zu einem Bereich zwi­schen 2500 und 3000 kW. Die hohe Wär­me­grenz­leis­tung ist das Resul­tat einer wei­te­ren Effi­zi­enz­stei­ge­rung bei Wir­kungs­grad und Wär­me­ab­lei­tung. Die Neu­ge­stal­tung der Luft­leit­hau­be und die Erwei­te­rung der Gehäu­se­ober­flä­che sor­gen für etwa 20 Pro­zent höhe­re Wär­me­ab­fuhr.

Opti­mie­run­gen in der Getrie­be­ge­stal­tung sor­gen für weni­ger Ver­lust­leis­tung, wodurch sich stan­dard­mä­ßig Dreh­mo­men­te bis 490.000 Nm über­tra­gen las­sen. Wegen der hohen Wär­me­grenz­leis­tung kann in etli­chen Pra­xis-Situa­tio­nen eine klei­ne­re Getrie­be­bau­grö­ße gewählt wer­den

Theorie und Praxis

Flen­der hat in einen leis­tungs­fä­hi­gen Prüf­stand inves­tiert, der die eige­ne For­schungs- und Ent­wick­lungs­ab­tei­lung unter­stützt. Damit las­sen sich Getrie­be­lö­sun­gen bis zu einer mecha­ni­schen Nenn­leis­tung von bis zu 2.000 kW unter rea­len Pra­xis­be­din­gun­gen tes­ten. Die ther­mi­sche Ana­ly­se der Getrie­be hat auch im Fall der neu­en B3SE-Getrie­be zu spür­ba­ren Detail­ver­bes­se­run­gen geführt hat. Der Prüf­stand lie­fert die Grund­la­ge, um die Kon­ver­genz von Theo­rie und Pra­xis zu über­prü­fen.

Einfache Getriebeauswahl

Der umfang­rei­chen Stan­dard-Getrie­be­bau­kas­ten ermög­licht den Getrie­be­ex­per­ten appli­ka­ti­ons­spe­zi­fi­sche Anpas­sun­gen in kür­zes­ter Zeit vor­neh­men und den Anwen­dern kür­ze­re Lie­fer­zei­ten bie­ten. Mit Hil­fe der Soft­ware-Kon­fi­gu­ra­to­ren von Flen­der kön­nen Antriebs­strän­ge kon­fi­gu­riert wer­den kön­nen. Elek­tro­mo­tor, Kupp­lung, Getrie­be, Küh­l­ein­rich­tun­gen, Abstüt­zung – alles muss per­fekt mit­ein­an­der har­mo­nie­ren. Gedank­lich aus­ge­hend vom För­der­band-Pro­jekt sind die Flen­der-Spe­zia­lis­ten mit­hil­fe von Soft­ware-Tools in der Lage, aus den unter­schied­li­chen Pro­dukt­bau­käs­ten bzw. dem Stan­dard­port­fo­lio von Flen­der die pas­send­de Lösung aus­zu­wäh­len. Antriebs­tech­ni­sche Gesamt­lö­sun­gen las­sen sich hier­durch schnell ent­wi­ckeln und mit­hil­fe von 3D-Daten sowie Maß­zeich­nun­gen in die Kon­struk­tio­nen der Kun­den imple­men­tie­ren.