Festo nimmt vom ersten Tag an seinen gesellschaftlichen Auftrag zur Milderung der Corona-Krise sehr ernst und hat mehrere fokussierte Unterstützungsprojekte gestartet, wie die Entwicklung eines Notfall-Beatmungsgerätes, Unterstützung bei der Schutzmaskenproduktion und der Errichtung eines Notfallkrankenhauses. Zudem bietet der Geschäftsbereich Lifetech ein optimales Portfolio an Komponenten für die Laborautomation sowie für Geräte zur Patientenversorgung. Neben dem Medizinsektor ist es für das Unternehmen wichtig, auch die Produktion systemrelevanter Bereiche im globalen Maßstab stabil zu halten.

Ein eigens eingerichtetes Entwicklerteam bei Festo hat ein Notfall-Beatmungsgerät entwickelt. Innerhalb weniger Wochen wurde im Home-Office in engem Austausch mit Krankenhausärzten ein funktionsfähiges Beatmungsgerät prototypisch realisiert, dass mittels digitaler Pneumatik funktioniert. Das Notfall-Beatmungsgerät ist technisch fertig entwickelt, hat allerdings keine Medizingerätezulassung. Eine Sonderzulassung für den Notfall wäre möglich, denn das Medizinproduktgesetz erlaubt im Katastrophenfall eine vereinfachte Zulassung der Geräte.

Festo stellt grundsätzlich keine Beatmungsgeräte her, liefert aber eine Reihe an Komponenten, die für den Einbau in Beatmungsgeräten geeignet sind, an zertifizierte Hersteller. Hier erreichten das Unternehmen zahlreiche Kundenanfragen aus dem In- und Ausland. Daher ist Festo einer der Hauptlieferanten für Komponenten, die auch an Entwicklungsländer geliefert werden sollen. Das Unternehmen ist Lieferant und technischer Berater des Projekts Carola für den Maschinenbauer Mikron. Hier wird die Herstellung von Schutzmasken in einem mobilen Fracht-Container vor Ort ermöglicht. Der große Vorteil: Mobil und vor Ort sofort einsetzbar, unabhängig von Importen und langfristig in jedem Krisengebiet implementierbar. Festo liefert hierfür elektrische und pneumatische Komponenten und Antriebe, vorrangig aus dem Kernprogramm, die jederzeit lieferbar sind.

Globale Diagnostikunternehmen und Laboratorien kommen der hohen Nachfrage nach Covid-19-Tests nicht nach. Zu Beginn einer Pandemie wie dieser ist es entscheidend festzustellen, wer das Virus hat, um die Ausbreitung in der Bevölkerung zu begrenzen. PCR-Tests (Virentest) basierend auf Speicheltests können in dieser Phase helfen, Isolierungsverfahren zu ermöglichen, die Basis-Reproduktionszahl (R0) zu reduzieren und die Übertragung zu verlangsamen. „Wir bieten Automatisierungslösungen für typische Test-Workflows, wie das Handling von Probenröhrchen sowie das Pipettieren und Dispensieren von Flüssigkeiten. Bei der Entwicklung der Komponenten legen wir den Schwerpunkt auf hohen Durchsatz, Präzision und Genauigkeit“, so Jung.

Ein weiteres Projekt war das Notfall-Krankenhaus an der Stuttgarter Messe. In Halle 9 wurden für 320 Patienten-Kabinen aufgebaut, in denen Patienten, die noch gehen und selbst atmen können, mit medizinischem Sauerstoff versorgt werden. Festo unterstützte den Malteser Hilfsdienst beim Aufbau und bei der Verteilung des medizinischen Gases an die Patienten. Festo entwickelte eigens dafür ein System zur Versorgung der Patienten direkt in den Kabinen mit entsprechendem Anschluss an die Versorgungsringleitung. Ein freiwilliges Team übernahm auch die Montage vor Ort. Das Krankenhaus wurde Ende April abgebaut, da die befürchtete Überbelegung in den Krankenhäusern ausblieb.