Wie schnell sich manchmal Energiesparpotenziale nutzen lassen, wird anhand einer Tanksanierung bei einem amerikanischen Industrieunternehmen deutlich. Der Betreiber entschied, die Sanierung mit einer ganz besonderen Beschichtung abzuschließen: ThermaCote. Es enthält Keramikpartikel, die der Farbe eine wärmedämmende Wirkung verleihen. Das Finishing der Sauerstofftanks bietet somit einen Oberflächenschutz und reduziert zugleich thermische Verluste.

Zwei Millimeter dicke ThermaCote-Schicht

Die doppelwandigen, zylindrischen Tanks sind 16 Meter hoch, sieben Meter breit und lagern Flüssigsauerstoff bei Minus 199 Grad Celsius. Um diese Temperatur bestmöglich zu halten, trennt eine Perlit-Isolierung den Tank von der Außenhülle. Letztere wies bereits Korrosionsschäden auf. Vor dem Aufsprühen der wärmeisolierenden Schicht galt es also, die Behälter von Rost zu befreien und mit schützendem Alkydharz-Lack zu grundieren.

Auf die so vorbereiteten Tanks wurden mittels Hochdruckkompressor vier je 0,5 Millimeter dicke Schichten ThermaCote aufgebracht. Damit jede einzelne Schicht gut durchtrocknen konnte, wurden pro Tag nur zwei Tanks beschichtet. Das Aufsprühen jeder Schicht dauerte etwa vier Stunden pro Tank.

Vielseitige, sprühbare Wärmeisolierung

Neben Tanks profitieren zum Beispiel auch Kessel, Rohre oder Armaturen von der thermoisolierenden Acrylharzlösung ThermaCote, denn die enthaltenen, kleinen Keramikpartikel legen sich schuppenartig übereinander und behindern den Wärmeübergang.

Die Temperaturen der zu beschichtenden Oberflächen können bis zu 145 Grad Celsius betragen, sodass eine Prozessunterbrechung für die Behandlung in der Regel entfällt. Außerdem hat die Isolierung keinen Einfluss auf die Brandlast. ThermaCote, das erst seit Kurzem in Deutschland vertrieben wird, reduziert aber nicht nur den Wärmeübertrag, sondern dichtet zudem kleinere Risse bis einen Millimeter ab und schützt vor Korrosion – laut Hersteller mindestens zehn Jahre lang.