Das Unternehmen Danfoss, welches in den Gebieten der Wärme-, Kälte- und Antriebstechnik tätig ist, fordert anlässlich der UN-Klimakonferenz COP26 in Glasgow die Verabschiedung umfassender Klimaschutzmaßnahmen. Nur wenn sich die politischen Entscheider auch weiterhin dem 1,5-Grad-Ziel des Pariser Abkommens verpflichtet sehen und bereit sind, entsprechende Rahmenbedingungen schaffen, haben laut Einschätzung des Unternehmens mit Hauptsitz in Nordborg/Dänemark auch die konkreten klimaschutzbezogenen Anstrengungen der Privatwirtschaft Aussicht auf Erfolg.

Priorität muss nach Auffassung der Verantwortlichen die sektorenübergreifende Steigerung der Energieeffizienz besitzen, da hier das größte Potenzial zur Erreichung der Klimaziele bei gleichzeitiger Stärkung von Wirtschafts- und Beschäftigungswachstum liegt. Rund 40 Prozent der CO2-Einsparungen, die im Energiesektor erforderlich sind, lassen sich nach Meinung von Experten allein durch verbesserte Energieeffizienz erzielen. Tatsächlich aber zeigen die Zahlen der Internationalen Energieagentur, dass die Fortschritte im Bereich Energieeffizienz ein Zehnjahrestief erreicht haben. Global betrachtet wurde 2020 nur noch eine Effizienzsteigerung von 0,8 Prozent erreicht. Gegenüber den beiden Vorjahren hat sich die Steigerungsrate damit halbiert.

In einem Offenen Brief an die COP26-Konferenzteilnehmer hat CEO Kim Fausing gemeinsam mit über 90 weiteren Unternehmenslenkern die aktuelle Politik kritisiert und gleich auf mehreren Ebenen ein Umdenken verlangt. Die Unterzeichner des Schreibens sind allesamt Mitglieder der Alliance of CEO Climate Leaders und haben sich freiwillig dazu verpflichtet, die kompletten Wertschöpfungsketten der ihnen unterstehenden Unternehmen an den Pariser Klimazielen auszurichten. Ihr zentraler Kritikpunkt: Trotz eines prinzipiellen Bekenntnisses zum 1,5-Grad-Ziel würden Staaten, die für 60 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich sind, mit ihren Richtlinien und Verordnungen bis heute nur ein Fünftel ihres Emissionsanteils adressieren. Vor diesem Hintergrund fordern die CEOs unter anderem folgende Schritte:

  • Ergreifen ehrgeiziger, am Pariser Abkommen orientierter nationaler Maßnahmen, die dazu beitragen, den globalen CO2-Ausstoß bis 2030 zu halbieren und bis 2050 auf null zu senken
  • Finanzielle Unterstützung der Klimaschutzanstrengungen der Entwicklungsländer, inklusive zuverlässiger Bereitstellung der bereits zugesagten Mindestsumme von 100 Mrd. US-Dollar
  • Abschaffung der Subventionen für fossile Brennstoffe; Senkung der Zölle auf klimafreundliche Waren; Entwicklung marktbasierter, sinnvoller und allgemein akzeptierter Mechanismen zur CO2-Bepreisung
  • Anreize und Unterstützung für Entwicklung und Ausbau exemplarischer klimaschonender Technologien, einschließlich bereits bestehender und bewährter Ansätze
  • Investitionen in die Anpassung von Städten und Siedlungen sowie Infrastrukturen und Versorgungsketten an den Klimawandel; d.h. insbesondere: verbesserter Katastrophenschutz, nachhaltige und klimabeständige Nahrungsmittelproduktion sowie sichere Wasserversorgung

„Die Unternehmen sind bereit, ihre Investitionen in den Klimaschutz zu intensivieren – aber es braucht auch größeren Ehrgeiz und konkrete Taten seitens der politisch Verantwortlichen, wenn wir unsere CO2-Emmissionen bis 2050 auf null reduzieren wollen. Die Zeit des Redens ist vorbei.“

– Martin Rossen, Senior Vice President Group Communications and Sustainability