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Methodenseminar – Layer of Protection Analysis (LOPA) mit intensiven Übungen

18. Mai19. Mai

€1.170 – €1.280
Bild: Haus der Technik

Die europäischen Richtlinien und internationale Normen zu Anlagen- und Verfahrenssicherheit, Umweltschutz und Katastrophenschutz fordern für die Gefährdungsbeurteilung des sicheren Betriebs zunehmend quantitative Risikobetrachtungen, da die bisherige qualitative bzw. deterministische Risikobetrachtung zur Risikobewertung bisweilen nicht mehr dem fortgeschrittenen Stand der Technik entspricht.

Die Norm DIN EN 61511-3 (2019-04) beschreibt verschiedene Methoden zur Spezifizierung von Schutzeinrichtungen: Während die Risikograph-Methode nur für PLT-Schutzmaßnahmen gilt, erlaubt LOPA sowohl die Bestimmung der Risikominderungsfaktoren für PLT-Schutzmaßnahmen (SIL) als auch für mechanische Schutzeinrichtungen (IPL-Stufen, unabhängige Schutzebenen). Die Risikominderung bei mechanischen Systemen wird nicht in SIL angegeben, da deren Fehlerarten und damit deren Ausfallwahrscheinlichkeiten anders als bei PLT-Systemen geartet sind. IPL-Stufen und SIL-Stufen verwenden dieselben Risikominderungsfaktoren 10-1,10-2 und 10-3.Risikominderungsmaßnahmen zur Einhaltung der Risikokriterien sind an bestimmte Zuverlässigkeitsanforderungen bzw. umgekehrt an Ausfallwahrscheinlichkeiten geknüpft. Beide Methoden (Risikograph und LOPA) sind probabilistisch-teilquantitativ und gelten als gleichwertig, wie der Ringversuch von chemischer Industrie, Anlagenbau-Unternehmen und Beratungsfirmen gezeigt hat („Methodenvergleich zur SIL-Klassifizierung“,Dechema/VDI, November 2017, ISBN: 978-3-89746-203-8).

Zum Thema

Der Vorteil der LOPA-Methodik liegt in der besonderen Nachvollziehbarkeit der jeweiligen Risikominderung durch eine bestimmte Schutzeinrichtung aufgrund der diesbezüglichen Ausfallwahrscheinlichkeit (PFD) und der entsprechenden Managementregelung zur nachhaltigen Aufrechterhaltung ihrer Zuverlässigkeit.

Risikominderungsmaßnahmen beziehen sich auf Risikotoleranz-Grenzwerte und werden als Risiko-Toleranz-Matrix dargestellt. Dazu gibt es eine Reihe internationaler Beispiele, auch bereits in EU-Richtlinien!

Dieses Seminar enthält den LOPA-Inhalt des Seminars „Funktionale Sicherheit (SIL) – mit intensiven Übungen“, aber in erweiterter, vertiefter Form und mit erheblich mehr Übungen.

USP

  • Gefährdungsbeurteilungen erstellen
  • mit hohem Übungsanteil
  • erfahrener HAZOP- und HSE-Experte

Programm

Tag 1, 09:00 – 17:00 Uhr

  • Risiko-basierte Anforderungen aus Regelwerk und Normen, deterministische und probabilistische Methoden, BetrSichV 2015, GefStoffV 2015, Seveso III; DGUV
  • Risikotoleranzkriterien und Risiko-Toleranz-Matrix
  • LOPA-Einführung: Szenarien, Auslöser und Eintrittshäufigkeiten von Ereignissen (IEF, Initiating Event Frequency), Schadensausmaß
  • unabhängige Schutzebenen, Ausfallwahrscheinlichkeit (PFD, Probability of Failure on Demand)
  • Übungen
  • Literaturquellen
  • Glossar: Begriffe und Definitionen

Tag 2, 09:00 – 17:00 Uhr

LOPA: vertieft

  • Auslöser: hohe-niedrige Anforderungsrate der Schutzeinrichtung (High Demand, Low Demand), Unfallaufklärung
  • unabhängige Schutzebenen: Ausfälle mit gemeinsamer Ursache, Funktionalität und Antwortzeiten, Integrität, entdeckte – unentdeckte Fehler, organisatorisch-technische Einrichtungen, menschliche Faktoren
  • Eintrittsermöglicher (LOPA Enabling Conditioner): Risiko-Zeitraum, Kampagnenfahrweise
  • Auswirkungsmodifikator (LOPA Conditional Modifier): Gefährliche Atmosphäre, Zündung, Explosion, Personenanwesenheit im Gefahrenbereich, Versagen von drucktragenden Teilen
  • Datenquellen für Standardwerte für Auslöser –Häufigkeiten (IEF-Werte) und Ausfallwahrscheinlichkeiten von Schutzmaßnahmen (PFD)
  • für LOPA notwendige Management-Elemente zur Aufrechterhaltung der Zuverlässigkeit (Instandhaltung, Prüfungsintervalle, Maßnahmenverfolgung, Änderungsmanagement)

Übungen

  • aufbauend auf HAZOP-Beispielen: Nutzung von LOPA-Verfahren und Risikomatrix zur SIL-/IPL-Spezifikation für Szenarien aus verschiedenen Gefahrenfeldern Druck, Temperatur, Überfüllung, Innenleckage, Außenleckage, Ex-Gemisch und Zündquelle
  • Bei Bedarf können auch Teilnehmerbeispiele bearbeitet werden.
  • Für die Schutzmaßnahmen sind Risikominderungsfaktoren bzw. SIL/IPL-Klassifizierungen zu bestimmen, um die nach Risikomatrix vorgegebene Auslöser-Eintrittshäufigkeit einzuhalten.

Zielsetzung

Sie lernen,

  • eine Risikomatrix mit int. beschriebenen Risiko-Toleranzkriterien und Eintrittshäufigkeiten zu nutzen,
  • aus einer HAZOP-Studie und der Risikomatrix Szenarien mit besonderer Gefährdung zu identifizieren und
  • die erforderlichen Risiko-Minderungsfaktoren als SIL-/bzw IPL-Klassifizierung zu ermitteln,
  • die entsprechenden Schutzeinrichtungen anhand von Ausfallwahrscheinlichkeiten der entsprechenden Bauteile (PFD, Probability of Failure on Demand) auszuwählen und Maßnahmen zur Aufrechterhaltung festzulegen.

Teilnehmerkreis

Fach- und Führungskräfte aus Anlagenplanung, Verfahrens-und Anlagensicherheit, Instandhaltung, Gefahrstoff- und Arbeitssicherheit, Explosions- und Brandschutz, Umweltschutz, Produktion, Prozessleittechnik, Sicherheitsverantwortliche, angehende zur Erstellung von Gefährdungsbeurteilungen befähigte Personen

Weiterführende Links zu “Methodenseminar – Layer of Protection Analysis (LOPA) mit intensiven Übungen”

Veranstaltungsort

Haus der Technik Essen
Hollestr. 1
Essen, 45127 Deutschland
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Telefon:
+49 (0) 201 1803 1
Website:
http://www.hdt-essen.de

Veranstalter

Haus der Technik
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