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Funktionale Sicherheit (SIL) – mit intensiven Übungen

2. November3. November

€1.550 – €1.660
Haus der Technik

Die Norm DIN EN 61511-3 (2019-04) beschreibt verschiedene Methoden zur Spezifizierung von Schutzeinrichtungen: Während die Risikograph-Methode nur für PLT-Schutzmaßnahmen entwickelt ist, erlaubt LOPA sowohl die Bestimmung der Risikominderungsfaktoren für PLT-Schutzmaßnahmen (SIL) als auch für mechanische Schutzeinrichtungen (IPL-Stufen, unabhängige Schutzebenen). Die Risikominderung bei mechanischen Systemen wird nicht in SIL angegeben, da deren Fehlerarten und damit deren Ausfallwahrscheinlichkeiten anders als bei PLT-Systemen geartet sind. Risikominderungsmaßnahmen sind an bestimmte Zuverlässigkeitsanforderungen bzw. umgekehrt an Ausfallwahrscheinlichkeiten geknüpft. Beide Methoden sind probabilistisch-teilquantitativ.

Risikominderungsmaßnahmen beziehen sich auf Risikotoleranz-Grenzwerte. Dazu gibt es eine Reihe internationaler Beispiele, auch bereits in EU-Richtlinien!

Europäische Richtlinien und internationale Normen beschreiben für Gefährdungsbeurteilungen bei Betriebssicherheit, Anlagen- und Verfahrenssicherheit, Arbeitsschutz, Brand-und Explosionsschutz, Katastrophen- und Umweltschutz teilweise probabilistische Risikobetrachtungen. Denn bisher qualitativ bzw. deterministisch angelegte HAZOP/PAAG-Studien haben teilweise zu Schutzmaßnahmen geführt, die bestimmte Risiko-Toleranzgrenzwerte oder den Stand der Technik nicht oder nur teilweise erfüllen.

Auf die für unter LOPA erforderlichen Eintrittshäufigkeiten von Auslösern von Schadensereignissen und PFD-„Standardwerte“ für mechanische und PLT-Schutzeinrichtungen sowie auf die für die Gültigkeit der Standardwerte erforderlichen Managementvoraussetzungen wird im Seminar eingegangen.

Zum Thema

Funktionale Sicherheit verwendet als Grundlage risikobasierte Methoden sowie Daten und ist von großer Bedeutung für die Umsetzung der Anforderungen aus dem EU-Regelwerk, insbesondere der SEVESO III RL.

Im 2-tägigen Intensiv-Seminar SIL mit Übungen des Haus der Technik, Essen, erfahren Sie die relevanten risikobasierten Methoden und üben deren Anwendung in kleinem Teilnehmerkreis.

USP

  • HAZOP-Grundlagen, Risikomatrix
  • LOPA -Einführung, Risikograph
  • Funktionale Sicherheit, Anwendungen

Programm

2 Tage, 09:00 – 17:00 Uhr

Teil I

Dr. Karl-Werner Thiem

HAZOP/PAAG-Studien und Klassifizierung von Schutz-Maßnahmen nach DIN EN 61511-3 (2019-04)

  • Regelwerk: BetrSichV 2015, GefStoffV 2015, Seveso III; DGUV; u.a. mit Fokus auf Gefährdungsbeurteilung/ Risikomanagement
  • HAZOP/PAAG-Studien als Gefährdungsbeurteilung: Erfassen von Gesamtanlagen und Prozessen (Planen, Betreiben, Instandhaltung, Prüfungen; Sicherheitsmanagement)
  • Risiko-Toleranzkriterien, Risikomatrix-Methode
  • LOPA: Eintrittshäufigkeit von auslösenden Ereignissen (Initiating Event (IE)), Anforderungsrate niedrig/hoch, Risikominderung durch unabhängige Schutzebenen (Independent Layer of Protection (IPL)), Wahrscheinlichkeit von Versagen bei Anforderung (PFD) (unterschiedliche Versagensstrukturen bei PLT- und mechanischen Schutzeinrichtungen); Eintrittsermöglicher, Auswirkungsmodifikatoren
  • Methodenvergleich DECHEMA: Risikograph, Risikomatrix, LOPA; SIL bei PLT-Einrichtungen mit Risikograph, IPL mit LOPA bei PLT- und mechanischen Einrichtungen

Teil II

Dipl.-Ing. Hans Dieter Schwender, TÜV SÜD Industrie Service GmbH, München

Anwendungen der Funktionalen Sicherheit

  • sicherheitstechnische Systeme und Sicherheitslebenszyklus
  • Schritt 2 SIL Assessment: Ausfallwahrscheinlichkeit und Systemstruktur des Sicherheits-Integritätslevel (SIL) – Wenn dieses Risiko mit einer PLT- Schutzeinrichtung beherrscht werden soll, muss für diese eine der SIL-Einstufung gemäße Ausfallwahrscheinlichkeit im Anforderungsfall (PFD) rechnerisch nachgewiesen werden.
  • Schritt 3 Konfiguration der Sicherheitsketten: Planung und Realisierungs-Phase im Sicherheitslebenszyklus,
  • Schritt 4 SIL-Nachweis: Da Schutzeinrichtungen in der Regel aus mehreren Geräten, z. B. einem Sensor, einer Steuerung und einem Aktor (z. B. Stellventil) aufgebaut werden, reicht es nicht, für die einzelnen Komponenten entsprechende SIL-Zertifikate zu dokumentieren, sondern der SIL-Nachweis muss für den kompletten Steuerkreis (Loop) geführt werden.

Teil III

Übungen

Anhand von Beispielen werden Problemstellungen über den gesamten Bereich von der Gefährdungsbeurteilung (HAZOP) bis zum rechnerischen Nachweis der SIL-Stufe durchgeführt:

  • HAZOP-Beispiele aus verschiedenen Branchen (z.B. Erdölraffinerien, Chemie- und Pharma-Industrie, Textilindustrie, Papierindustrie)
  • aufbauend auf HAZOP-Beispielen: Nutzung von LOPA-Verfahren und Risikomatrix zur SIL-/IPL-Spezifikation für Szenarien aus verschiedenen Gefahrenfeldern Druck, Temperatur, Überfüllung, Innenleckage, Außenleckage, Ex-Gemisch und Zündquelle, drucktragende Einrichtungen
  • bei Bedarf können auch Teilnehmerbeispiele bearbeitet werden
  • Berechnungsbeispiele für SIL-Nachweise

Zielsetzung

Sie lernen,

  • eine Risikomatrix zu verwenden,
  • eine HAZOP-Studie durchzuführen,
  • Szenarien bes. Gefährdung via Risikomatrix zu ermitteln
  • für diese mittels LOPA-Studie die Risikominderungsfaktoren für die Schutzmaßnahmenklassifizierung zu ermitteln,
  • die SIL/IPL-Anforderung mit der Anforderung via Risikograph zu vergleichen,
  • die Ausführung der Schutzeinrichtung mit Komponentenauswahl zu planen,
  • den Nachweis der Anforderungen von Herstellerangaben zu Bauteilen rechnerisch durchzuführen.

Teilnehmerkreis

Personen, die die Befähigung zur Erstellung von Gefährdungsbeurteilungen(Fachkunde) erlangen oder vertiefen möchten, Betreiber, Planer, Sicherheitsverantwortliche und PLT-Experten von Prozess-Anlagen, Hersteller von Prozess-Technik.

Branchenbezug: Raffinerien, Chemie-, Pharma-, Papier-, Textil-, Kunststoff-Industrie.

Weiterführende Links zu “Funktionale Sicherheit (SIL) – mit intensiven Übungen”

Details

Beginn:
2. November
Ende:
3. November
Eintritt:
€1.550 – €1.660
Veranstaltung-Tags:
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Website:
https://www.hdt.de/funktionale-sicherheit-sil-mit-intensiven-uebungen-seminar-h040102706?number=H090113610

Veranstaltungsort

Haus der Technik Konstanz
Auf der Insel 1
Konstanz, 78462 Deutschland
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Telefon:
07531-1250
Website:
https://www.steigenberger.com/hotels/alle-hotels/deutschland/konstanz/steigenberger-inselhotel

Veranstalter

Haus der Technik
Telefon:
+49 (0) 201 1803 1
E-Mail:
information@hdt-essen.de
Website:
http://www.hdt-essen.de